KALMAH - Palo
Label: Spinefarm Records
Die selbsternannten finnischen Swamplords sind zurück. KALMAH sind in ihrer Heimat ein fast so großes Ding wie CHILDREN OF BODOM, international hat es aber nicht ganz so gut geklappt wie bei der Speerspitze, was vielleicht daran liegt, dass man etwas weniger zugänglich agiert. Dafür haben KALMAH aber einen oftmals epischeren und dramatischeren Ansatz. Ob „Palo“, das nunmehr achte Werk, das sieben Jahre nach „Seventh Symphony“ erscheint, an dem Erfolg der Band etwas ändern kann, muss sich erst zeigen.

Die epische Schlagseite setzt sich auch schon beim Opener „Blood Ran Cold“ neben typischen skandinavischen Frickelriffs und kehligen Growls durch. Verspielt und melodieverliebt sind die Herren ebenso wie technisch hochwertig und eingespielt. So merkt man auch, dass abgesehen von Keyboarder Veli-Matti Kananen, die Truppe bereits seit 17 Jahren in dieser Konstellation spielt. Ebenso wie der eröffnende Track brauchen die meisten Tracks ob der nicht immer typischen Songstrukturen und einigen etwas sperrigeren Parts, etwas mehr Zeit um sich zu entfalten, was definitiv keine Kritik ist, denn so hat man länger Freude an den Songs von KALMAH. „The Evil Kin“ geht schon eine Spur besser ins Ohr, dank eingängigem Lead, das ebenso wie epischen Momente auch von WINTERSUN so oder so ähnlich verwendet wird. Verschnaufpausen gibt es hier und da in Form von dezenten Klavier- oder Akustik-Parts auf die aber gerne wieder Knüppelattacken folgen. So auch im hochmelodischen „The World Of Rag“, das wie eine Achterbahnfahrt durch die Trademarks der Band wirkt. Flotte Attacken, nordisches Feeling, eingängige Keyboardmelodien und unzählige Tempowechsel machen den Track zu einem Highlight und gleichzeitig Anspieltipp.

Generell fühlt es sich so an als hätten KALMAH versucht im Detail mehr Melodiearbeit zu leisten, ohne den Härtegrad merklich zurück zu schrauben. So wirken die Kontraste noch heftiger denn je. Dazu kommt natürlich noch das perfekt eingespielte Gitarrenduo, bestehend aus Pekka und Anti, die sich und auch uns Riffs und Soli nur so um die Ohren schmettern. So wird es bei KALMAH nie langweilig. Etwas nachdenklicher wird man aber dann doch beim mit Synthies einsteigenden „Take Me Away“, das mit treibenden Riffs und dichter Atmosphäre punktet. Hier hätte man cleane Vocals erwartet, doch Pekka bleibt in seinen tiefen Regionen und erhöht auch hier den gefühlten Härtegrad. „Waiting In The Wing“ wird dafür im Chorus um eine Ecke düsterer und lässt leichtes Black Metal Feeling aufkommen, während „The Stalker“ das Album wieder nachdenklich bis episch abschließt.

KALMAH beweisen auch mit ihrem achten Album, das man sich vor kommerziell erfolgreicheren Truppen wie WINTERSUN, CHILDREN OF BODOM oder den leider nicht mehr existenten NORTHER zu keiner Sekunde verstecken braucht und diese in manchen Belangen sogar aushebelt. Fans können bedenkenlos zugreifen, Freunde der genannten Landskollegen sollten aber auch definitiv die Chance nutzen und sich „Palo“ zulegen.

www.kalmah.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Blood Ran Cold
2. The Evil Kin
3. The World Of Rag
4. Into The Black Marsh
5. Take Me Away
6. Paystreak
7. Waiting In The Wing
8. Through The Shallow Waters
9. Erase And Diverge
10. The Stalker
Gesamtspielzeit: 46:30

maxomer
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Beitrag vom 13.04.2018
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