PURPLE BONSAI - Dreamcatcher
Label: Bonsai Records
Auch wenn PURPLE BONSAI erst 2012 zusammengefunden haben, kann man hier nicht von Newcomern reden. Die Mitglieder haben schon einiges an Erfahrung in verschiedenen Bands und Projekten zusammengetragen. So veröffentlichte man im Folgejahr bereits die erste Mini-CD und danach noch die deutschsprachige Single „Weil Ihr Die Schmerzen Nicht Kennt“. Nun legen die Österreicher mit „Dreamcatcher“ endlich ihr erstes Full-Length Album im DIY-Style vor.

Gedauert hat das Ganze wohl, weil man erst Erfahrung sammeln wollte und die hörte man bereits bei den zahlreichen Konzerten, die die Truppe souverän absolvierte und dabei auch große Namen supportete. Dass die Herren nun schon einige Jahre zusammen spielen, hört man diesem doch sehr reifen Debüt, das sich irgendwo zwischen 80er Rock und Progressive Metal ansiedelt, absolut an. Zwar beginnt man etwas sperrig mit dem Duo „Dreamcather“ und „Wrong Man“, die aber schon einen guten Eindruck hinterlassen, aber leider auch den faden Beigeschmack, dass da Sound-technisch absolut mehr drin gewesen wäre. Vor allem die Drums könnten etwas satter sein und auch Norbert Plobergers Stimme verliert sich etwas durch die dünne Produktion. Dennoch sind das tiefgründige, leicht bluesig beginnende „Impact“ oder das heavier tönende „Mr. Universe“ grandiose Songs, die gut ins Ohr gehen und viele kleine Details mitbringen. Gerade die Keyboard-Arbeit gibt dem Ganzen noch eine größere Dimension und erzeugt eine gute Atmosphäre, die man auch live von der Band gewohnt ist. Gerade im verträumten „On Purple Wings“, das sehr progy ausgefallen ist, bekommt Pat Höfler mit seinen Keys sehr viel Raum zugeteilt. Dagegen geht „Lost In Kansas“ verdammt gut ins Ohr und eignet sich mit 70s Charme und einer symphonischen Komponente sehr gut als Single und Live-Kracher. Auch Norbert macht hier eine sehr gute Figur, da er stimmlich auch irgendwo in den 70ern und 80ern des Rock beheimatet zu sein scheint. So kommt mir hier und da SAVATAGE in den Sinn, da auch die Amis gerne mal Keyboards mit Prog und heavy Riffing vermischten, wenn auch PURPLE BONSAI das nicht ganz so ausgeprägt zelebrieren. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Als Bonus gibt es noch den eingangs erwähnten, auf Deutsch gesungenen Track, der leider durch die Wahl der Sprache etwas holprig erscheint, aber aufgrund der traurigen Thematik, der Band bis heute sehr wichtig erscheint.

Das Debüt von PURPLE BONSAI ist ein wirklich starkes Stück, das die Versprechen der Live-Auftritte fast komplett erfüllt. Bei dem starken Songmaterial kann man auch locker verschmerzen, dass man nicht ganz die fette Produktion hat, die man bei dem Genre wünscht, vor allem, da man hier mit DIY Attitüde zu Werke geht.

www.purplebonsai.at


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Dreamcatcher
2. Wrong Man
3. MXP112 (Instrumental)
4. Mr. Universe
5. Impact
6. On Purple Wings
7. Lost In Kansas
8. The Question (Instrumental)
9. Endless Pain
10. God Paints
11. Princess In My Mind
12. New World
13. DC II
14. Weil Ihr Die Schmerzen Nicht Kennt (Bonus)
Gesamtspielzeit: 49:00

maxomer
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Beitrag vom 13.03.2018
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