SHINING - X - Varg Utan Flock
Label: Season Of Mist
„X - Varg Utan Flock“, Wolf ohne Rudel, heißt der zehnte Longplayer der schwedischen Formation SHINING rund um Niklas Kvarforth und eine der ersten spannenden Veröffentlichungen des ja noch recht jungen Jahres 2018. Ein geeigneter Soundtrack, um die eigene Herbstdepression schwungvoll in den Winter hinein zu verlängern. Die depressiv-suizidalen Abgründe des Menschlichen waren schon seit jeher das lyrische Spielgebiet von Kvartforth. Wenn man so möchte, ist diese distinktiv depressive Note das Definierende für SHINING. Die spätere Schaffensphase war aber dennoch von dem Ausreizen der Grenzen für ein so eng gestecktes Genre geprägt.

Hier stellt „X - Varg utan Flock“ wieder die Re-Definition der Re-Definition da, eine teilweise 180 Grad Wendung zurück zu Halmstad-Ära. Aggressiver, schneller, dunkler und weniger rockig. Die Texte wieder Großteils in Schwedisch. Die Eröffnung „Svart Ostoppbar Eld“ ist geprägt durch schnelle Riffs, konterkariert durch die für Kvarforth so charakteristischen Schreie. Die stimmliche Arbeit Kvaforths ist gelungen und deckt ein breites Spektrum von gesprochenen Passagen, tiefem Gesang und brutalen Schreien ab. Die weiteren Musiker fügen sich gekonnt in die düstere Harmonie ein. „Gyllene Portarnas Bro“ ist im Anschluss dann wesentlich ruhiger und stark von seinem sehr eingängigen Hauptthema getragen, die nicht zuletzt durch starke Arbeit am Bass in Szene gesetzt wird. Spiegelt „Svart Ostoppbar Eld“ Aggression wieder, ist es bei „Gyllene Portanarnas Bro“ Verzweiflung. Eine Dichotomie, die sich durch „Varg Utan Flock“ hindurchzieht.

„Jag Ar Din Fiende“ hält die Stimmung und baut in Richtung des wesentlich härteren „Han Som Lurar Inom“, das sich durch sein hohes Tempo und nicht zuletzt den exquisit eingesetzten Blastbeast auszeichnet. Dem abrupten Ende folgt das etwas kürzere Klavierstück „Tolvtusenfyritoett“, das wiederum in die ruhigen Akustikgitarren von „Mot Aokigahara“ mündet. Die Ruhe trügt, Kvarforth steigert sich ein letztes Mal in seine manischen Schreine hinein, im stetigen Kampf gegen die laut gemischten Gitarren und das Hämmern der Doublebass. Verzweiflung folgt Aggression folgt Verzweiflung folgt Aggression folgt ein Gitarrenduett der alten Heavy Metal Schule und ein Fade-Out. Draußen ist es kalt und dunkel, die emotionale Achterbahnfahrt lockt ein weiteres Mal. Der Menschen Abgründe vertonen, das kann er, der Kvarforth.

www.shiningasylum.com


6.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Svart Ostoppbar Eld
2. Gyllene Portarnas Bro
3. Jag Är Din Fiende
4. Han Som Lurar Inom
5. Tolvtusenfyrtioett
6. Mot Aokigahara
Gesamtspielzeit: 41:25

Asator
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Beitrag vom 08.01.2018
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