JACOBS MOOR - Self
Label: Eigenproduktion
Die Jungs um die ehemaligen Mitglieder von STYGMA IV und FAR BEYOND INNOCENCE lieferten 2013 mit „All That Starts“ schon ein beeindruckendes Debüt, schoben 2015 eine nicht minder gelungene EP nach und servieren nun endlich den Zweitling „Self“. Die Wiener bleiben sich hier grundsätzlich treu und bieten erneut eine Kombination aus düsterem Power Metal und Thrash-Anleihen – alles einmal mehr im DIY Style.

Dementsprechend startet man mit dem atmosphärischen Instrumental-Intro „March Of The Flies“ passend ins Geschehen, ehe man fließend in den quirligen Kracher „Watching Atrocities“ übergeht und Fans klar macht, dass man auf „Self“ alles bekommt, was man vom Debüt bereits liebte. Technisch anspruchsvoller, aber selten sperriger Power-Thrash mit hymnischen Vocals, aber auch einigen harschen Einlagen von Richie Krennmaier, der sich wieder souverän hervortut. Aber auch die restliche Mannschaft muss gelobt werden. Tighte Rhythmen treffen auf knackig-düstere Riffs sowie einprägsame Melodien. JACOBS MOOR verbinden mühelos den 90er Power Metal á la NEVERMORE oder JAG PANZER mit modernen Elementen und zeitlosem, sowie druckvollem Sound, bleiben dabei aber dennoch recht eigenständig. Technische Knüppel-Einlagen, die zuweilen auch an COMMUNIC erinnern, gibt es aber dennoch, wechseln sich aber wunderbar mit hymnisch-eingängigen Parts, wie man beispielsweise bei „Distance“ wunderbar nachhören kann, ab. Zudem gibt es in den Songs, die - abgesehen vom überlangen Finale - an der 6-Minuten Grenze kratzen, so einiges an Raffinesse zu entdecken, egal ob auf technischer Sicht oder an grandiosen Melodien. Dennoch ist der Härtegrad relativ groß und der Melodieanteil geschmackvoll und gering gehalten, sodass die düstere Heavyness der Tracks deutlich im Vordergrund steht. Dank dem Refrain von „Falling To Pieces“ gibt es auch was zum Mitsingen, schwelgen darf man zunächst in „Neglacting The Path Of The Sun“, ehe man den Track immer weiter steigert und den Härtegrad anzieht, während „Hate Of A New Kind“ dem Titel entsprechend so richtig Schub gibt.

Der bereits erwähnte Longtrack „Hopeless Endeavour“ beginnt mit cleanen Gitarren, großem Spannungsbogen und ruhigem Gesang, aber auch hier fährt man in fast zwölf Minuten so ziemlich alle Power- und Trash-Geschütze auf, die man im Arsenal zur Verfügung hat. Ein mehr als gelungener Abschluss dieses starken Werkes, das seinem Vorgänger in nichts nachsteht und im Detail auch ein paar weitere Facetten von JACOBS MOOR zutage fördert. Fans der genannten Truppen und dem Debüt, dürfen bedenkenlos zugreifen.

www.jacobsmoor.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. March Of The Flies
2. Watching Atrocities
3. The Absence Of Me
4. Self
5. Falling To Pieces
6. Distance
7. Neglecting The Path Of The Sun
8. Delusion
9. Hate Of A New Kind
10. Hopeless Endeavour
Gesamtspielzeit: 58:33

maxomer
Weitere Beiträge von maxomer

Weitere Beiträge über JACOBS MOOR


CD-Bewertung
0 Stimmen [LESERCHARTS]
Deine Bewertung:
  



War diese Kritik hilfreich?
0 Stimmen
Deine Bewertung:
  


Beitrag vom 10.11.2017
Zurück


Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: