WINDS OF PLAGUE - Blood Of My Enemy
Label: eOne
Auch wenn ich den Ansatz von WINDS OF PLAGUE immer bewundert habe, so wurde ich nie so richtig warm mit den Symphonic Deathcore´lern aus den Staaten. Vier Jahre sind vergangen seit dem letzten Werk „Resistance“, das teilweise vernichtende Reviews bekam und dem bisher besten Album „The Great Stonewar“ nicht wirklich gerecht wurde, und nun wird es Zeit für einen Umbruch. Dafür holten sich Fronter Johnny Plague und seine Jungs mit Adrinne Cowan eine neue Keyboarderin und Sängerin, die ich beim LIGHT & SHADE Debüt schon ausgiebig lobte und hat auch sonst die Mannschaft komplett umgekrempelt, denn abgesehen von Heimkehrer Arturo Cruz, der beim letzten Werk aussetzte, gibt es in der Band nur neue Gesichter. Böses Omen oder doch eine sinnvolle Umstellung? Zumal BLEEDING THROUGH, die für mich in dem Genre noch immer am besten agierten, das Handtuch warfen.

Wie befürchtet schießen die ersten Songs komplett an einem vorbei, denn abgesehn von ein paar coolen Gangshouts bleibt vorerst nicht wirklich etwas hängen. Brutal, bombastisch und technisch anspruchsvoll sind die Herren und Dame zwar von Anfang an, doch erst das pathetische „From Failure, Come Clarity“ kann Akzente setzen und bleibt mit prägnanten Keyboards, diversen eingängigen Chören und etwas fokussiertere Herangehensweise wirklich hängen, was zudem vielleicht damit zusammenhängt, dass man hier das erste mal die 4-Minuten Grenze knackt. Nach ein paar Versuchen haben auch das intensive „Soul Eater“ und „Nameless Walker“ ihre Momente, doch diese muss man erst finden, denn es geht so manch starker Moment ob der immer wieder folgenden Knüppelorgien und nicht immer ganz synchron zum brutalen Deathcore stehenden Symphonic Elemente, doch dezent unter. Dass das ganze gezielter geht, zeigt auch der ruhig beginnende „Blood Of My Enemies“, bei dem zunächst nur ein dezentes Keyboard regiert und sobald Johnny mit heftigen Vocals einsetzt, die Gitarren noch auf sich warten lassen. Diese sind dann treibend und melodisch und lassen so auch Cowans Stimme sehr viel Raum. Von mir aus könnten WoP ruhig diese Herangehensweise in Zukunft forcieren. Warum, zeigt auch das finale „Dark Waters“, das ähnlich geordnet, aber dennoch brutal genug zu Werke geht und mit orientalischem Unterton und eingängigen Chören schnell als Hit auftrumpft. „Snakeskin“ erinnert dann zuweilen von Rhythmik und Vocallines dezent an FIVE FINGER DEATH PUNCH, was die Sache noch weiter auflockert. Generell zeigt sich Johnny, der auch mal den Dez Fafara (DEVILDRIVER) raushaut, verdammt abwechslungsreich und stimmgewaltig, was ja auch eins der Aushängeschilder der Band ist und daher nicht sonderlich verwundert.

WINDS OF PLAGUE haben mit der Hinzunahme der talentierten Adrienne Cowan, der direkteren Herangehensweise und einigen Hitkandidaten nun endlich meine Aufmerksamkeit. Zwar sitzt auf „Blood Of My Enemy“ noch einiges nicht so wie gewünscht, denn oftmals arbeiten Gitarrenfraktion, Keyboards und Johnny allesamt etwas gegeneinander, was hier und da ja auch seinen Reiz ausmacht, aber dann doch zu oft passiert und vieles fliegt anfangs zwar beindruckend aber wenig effektiv an einem vorbei. Nichts desto trotz ist „Blood Of My Enemy“ das wohl stärkste Werk der Truppe und lässt auf zukünftige Glanztaten hoffen.

www.windsofplague.net


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. A New Day
2. Nameless Walker
3. Kings Of Carnage
4. Soul Eater
5. From Failure, Comes Clarity
6. Blood Of My Enemy
7. Snakeskin
8. Never Alone
9. 5150
10. Either Way You Lose
11. A Walk Among The Dead
12. Dark Waters
Gesamtspielzeit: 39:10

maxomer
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Beitrag vom 09.11.2017
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