LEANDER KILLS - Stabbing Westward
Label: Keytracks
Der ungarische Musiker Köteles Leander machte 2009 mit einem Youtube Video, beziehungsweise dem Song „Csak Te / Bound To Belong“ zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Der Song hat knapp acht Jahre später fast 2.5 Millionen Klicks. Daraufhin gründete er mit niemand geringerem als Attila Vörös, mittlerweile bekannt durch seine Tourneen mit NEVERMORE, SANCTUARY und WARREL DANE, die Band LEANDER und auch die Cover zum LADY GAGA Hit „Bad Romance“ sowie dem großen melancholische Hit Ungarns namens „Gloom Sunday“ gingen auf YT durch die Decke. Dazu kommen noch mehrere Top-Ten Alben. Außerdem gesellte sich später noch ALESTORM Gitarrist Máté Bodor zum LineUp.

Das klingt alles nach einer Bilderbuch-Karriere. Leider aber nicht ganz, denn von dem Ganzen nahm bisher eigentlich kaum jemand außerhalb der Heimat von Leander Köteles Notiz. Zudem ist Vörös mittlerweile nicht mehr in der Band und auch Bodor nur als Ehrenmitglied verzeichnet, was bedeutet, dass der Pirate nur im Studio oder der Bühne zugegen ist, wenn ALESTORM gerade ankern. Dazu kommt noch, dass LEANDER aus rechtlichen Gründen bald zu LEANDER RISING wurden, sich aber 2014 auflösten und Köteles somit LEANDER KILLS startete. Verwirrend und undurchsichtig ist das Ganze irgendwie schon. Ein weiteres Indiz für den fehlenden grenzübergreifenden Erfolg ist wahrscheinlich auch die Tatsache, dass man die meisten Songs in der Muttersprache vorträgt. Doch wie der Titel schon ankündigt, möchte man dies mit der EP „Stabbing Westward“ nun ändern. Sechs Songs, alle in Englisch gehalten, machen somit Lust auf die kommende Tour, die auch in Wien Halt macht.

Musikalisch bewegen sich LEANDER KILLS auf modernem Groove-Terrain. Der Opener „Bridge“ geht da auch sehr direkt zur Sache und erinnert etwas an MACHINE HEAD. Rüde, aber doch zu einem passenden Grad melodisch prescht man hier nach vorne, während Leander kraftvolle Vocals mit emotionalem Unterton, die sich mühelos mit einem Warrel Dane (SANCTUARY, NEVERMORE) oder Harry Conklin (JAG PANZER) messen können, abgibt. Vom Rhythmus her geht man recht technisch und dynamisch an die Sache, aber dank treibenden Leads geht der Track schnell ins Ohr. „Bird“ beginnt hingegen mit Piano-Tönen und zerbrechlichem Gesang, wird aber alsbald von hymnischen und theatralischen Elementen begleitet. Zudem folgen Alternative Metal Parts und ein Kinderchor, die für extrem intensive Atmosphäre sorgt. Auch „Live Before You Die“ beginnt mit Piano-Klängen, lässt sich aber mehr Zeit und setzt auf balladeske Elemente, treibende Gitarren und ruhigen Gesang, den Leander auch bestens im Griff hat. Aber auch hier wird man im Refrain wieder mehrstimmig und hymnisch. Dazu gesellen sich drei Live-Nummern. „Bound To Belong“ geht da wieder in Richtung des Openers mit heavy Riffing und technischer Raffinesse, „My Spring, My Storm“ groovt wie Sau und das bereits erwähnte „Bad Romance“ ist überraschend gefällig und macht in seiner metallischen Form durchaus Spaß. Das nervige „Lala-Uhlala“ in dem Song entwickelt sich natürlich schnell zum Ohrwurm.

LEANDER KILLS sind eine große Überraschung aus dem nicht sehr dicht mit Metal-Perlen bestückten Nachbarland. Es lohnt sich auf jeden Fall in „Stabbing Westward“ reinzuhören oder gar das kommende Konzert zu besuchen. Auf jeden Fall sollte man die potentiellen Überflieger im Auge behalten.

leanderkills.hu

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Tracklist:
1. Bridge
2. Bird
3. Live Before You Die
4. Bound To Belong (Live)
5. My Spring My Storm (Live)
6. Bad Romance (LADY GAGA)
Gesamtspielzeit: 25:28

maxomer
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Beitrag vom 18.10.2017
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