CUSTARD - A Realm Of Tales
Label: Pure Steel Records
Fünf Jahre sind bereits wieder vergangen seitdem die Power Metaller aus Deutschland mit dem immer noch etwas ungewöhnlichen Namen CUSTARD, was ja soviel wie Eierkuchen bedeutet, ihr letztes Werk „Infested By Anger“ veröffentlichten. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn nun sind die sträflich unterbewerteten Herren mit dem sechsten Werk zurück und liefern mit „A Realm Of Tales“ ein grandioses Stück Genrekost.

Unglaublich, aber CUSTARD existieren eigentlich schon seit nun 30 Jahren, konnten aber erst 1999 ihr erstes Album veröffentlichen und brauchten dann doch immer wieder mal drei bis fünf Jahre um eine neue Platte fertig zu stellen. Doch dafür stimmte die Qualität stets und so verhält es sich auch bei diesem Release.

Mit „A Realm Of Tales“ widmen sich die Deutschen einem eigentlich recht augenscheinlichen und für das Genre passende Thema, das aber eigentlich nur selten verwendet wird, nämlich traditionelle Märchen wie „Die kleine Meerjungfrau“, „Captain Blaubart“ oder „Schneewittchen und die 7 Zwerge“. Mit einem angenehmen Intro geht es recht ruhig los, doch danach bricht bereits mit „Queen Of Snow“ das erste Hightlight über uns herein. Zunächst gibt es zähe, fast doomige Riffs, doch schnell schwenkt die Stimmung um und ein erdiges, fast rockiges Riff führt uns gepaart mit thrashigen Rhythmen in die erste Strophe. Ein dynamischer Banger, der mit hymnischem Chorus punktet. Alles was man von CUSTARD erwartet, und das auf höchstem Niveau. Auch Sänger Oliver Strasser, der bereits das dritte Album für die Band einsingt, ist stimmlich in bester Form und erinnert meist an einen Mix aus Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) und Geoff Tate (QUEENSRYCHE), hat aber durchaus seinen eigenen Stil bzw. bringt eine bestimmte Note in den Sound der Band.

Weiter geht es mit etwas moderner tönenden „The Pied Piper“, der zunächst gut nach vorne ballert, später dann aber wieder mit einigen Tempiwechsel recht dynamisch erscheint. Gelungen, aber im Vergleich zu den beiden folgenden Tracks nicht ganz so stark, denn „Arabian Nights“ und „Snow White“ könnten nicht verschiedener sein, zeigen sich aber als absolute Highlights. Der erste Track kommt nicht überraschend mit orientalischen Spielereien daher und behandelt die interessante Geschichte von „1001 Nacht“, die vor allem im bombastischen Refrain für Gänsehaut sorgt und zum Mitsingen anregt. Zweitgenannter Song geht da schon direkter ran und entpuppt sich als Double-Bass Orhwurm, der fast schon Suchtpotential mitbringt. Doch auch die weiteren Stücke haben durchaus ihren Reiz. Verspielt, stets melodisch und meist hoch eingängig präsentieren CUSTARD weitere Märchen wie das balladeske „The Little Match Girl“, das verträumt bis hymnische „Daughter Of The Sea“ oder das heavy tönende „Witch Hunter“. Einen schlechten Track sucht man auf „A Realm Of Tales“ sowieso vergebens.

CUSTARD zeigen sich mit „A Realm Of Tales“ stark wie eh und je und zeigen, dass auch nach einer weiteren langen Pause noch fest mit ihnen zu rechnen ist. Wer auf eingängigne, straighten Power Metal mit verspielten Melodien, Soli und viel Spielfreude steht, der muss hier fast zugreifen.

www.custard.de


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Icy Stare
2. Queen Of Snow
3. The Pied Piper
4. Arabian Nights
5. Snow White
6. Snow Away
7. The Little Match Girl
8. Daughter Of The Sea
9. Witch Hunter
10. Sign Of Evil
11. Bluebeard
12. Forged In Fantasy
Gesamtspielzeit: 55:30

maxomer
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Beitrag vom 14.05.2017
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