ANGRY NATION - The Fail Decade
Label: Wolfblood Productions
ANGRY NATION ist eine neue Truppe aus Wiener Neustadt, die drei Namen hinter dem Projekt sind aber alles andere als Newcomer, sondern eher als alte Hasen zu sehen, feiert der Initiator Walter Oberhofer ja bereits im kommenden Jahr seinen 50 Geburtstag und konnte in Truppen wie DECEIVER, EXCES, DISGRACE, DARK SHADOW oder DARKSIDE reichlich Erfahrung sammeln. Dazu kommt Sänger, Produzent und Labelbesitzer Wolfgang Süssenbeck (CITIZEN X, DEMOLITON, DARKSIDE) sowie Alessandro Vagnoni (Ex-DARK LUNACY, DARKSIDE). Nach knapp zwei Jahre des Arbeitens, veröffentlicht das Trio nun mit „The Fail Decade“ das erste Lebenszeichen.

Das Album wird als Thrash Metal mit Hang zur Klassik und Extreme-Elementen verkauft. Die Richtung stimmt, doch als typisches Thrash Metal-Album würde ich „The Fail Decade“ nicht einstufen, denn die drei Herren bedienen sich zwar vielerlei Elemente des Genres, mixen aber reichlich Death, etwas Grind und ein paar traditionellere Elemente in den Sound und bieten zehn Eigenkompositionen die reichlich proggig daher kommen. Von straightem Geballer, wie das Genre meist verspricht, also nicht die Spur. Dieser Mix ist zugleich Fluch und Segen der Band. Zum Einen zeigen die drei Musiker stets, dass sie versierte Komponisten und Instrumentalisten sind und schaffen es auch eine gewisse Spannung zu erhalten, zum anderen machen sie es dem Hörer einfach zu schwer. „The Fail Decade“ benötigt zahlreiche Durchläufe um zu zünden und verzettelt sich in den oftmals bis zu sechs Minuten langen Songs, so dass der Hörspaß trotz der technischen Raffinesse doch manchmal etwas getrübt wird. Dazu kommt, dass der Sound aufgrund der Dichte, etwas breiig daher kommt, was an sich nichts Schlechtes ist, doch bei den vielen Details geht dadurch doch so Einiges unter und einen wirklichen Hit sucht man zudem ebenfalls vergeblich. Doch das flotte „To Protect And Serve“, das auch vor ein paar dezenten Keyboards nicht zurückschreckt, die coolen Leads sowie der cleane Sprechgesang in „Blood Money“ und der Refrain von „In The Name Of The Rose“ stechen dann doch durch etwas mehr Eingängigkeit hervor. Erwähnenswert ist aber auch noch der abwechslungsreiche Gesang, der von KREATOR-artigen Screams bis zu typischen Death Metal-Growls eine ganz gute Palette abdeckt und für genügend Dynamik sorgt. Etwas eigenwillig kommt zum Ende noch das WINGS-Cover „Live And Let Die“ daher.

Wenn man „The Fail Decade“ genügend Zeit schenkt, wird man mit einem anspruchsvollen und überraschend anderem Stück Thrash/Death Metal belohnt. Wer auf kurzweilige BayArea-Kost steht, der wird hier aber dann wohl eher enttäuscht.

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4.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Descent Of Men
2. Society Extinct
3. The Fail Decade
4. Weapons Of Mass Migration
5. Nemesis Illuminatia
6. To Protect And Server
7. Into The Sirens Well
8. Blood Money
9. In The Name Of The Race
10. Visionaires Apocalypse
11. Live And Let Die (WINGS Cover)
Gesamtspielzeit: 55:22

maxomer
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Beitrag vom 15.08.2016
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