AUSTERE - To Lay Like Old Ashes
Label: Eisenwald
Dass sich in der Black Metal-Szene der sogenannte Depressive Black Metal einer inflationären Beliebtheit erfreut, kann man ja nun schon seit einiger Zeit beobachten. Dass dieser Trend auch viele pubertierende, ihre Machwerke auf dem PC im Kinderzimmer aufnehmende Bands mit sich gebracht hat, lässt sich leider nicht leugnen, weshalb ich diesem Subgenre nun doch mit einer gewissen Skepsis gegenüberstehe. Daher überrascht es ein wenig, dass mich gerade eine mehr oder weniger Newcomerband wie AUSTERE, die man im Großen und Ganzen doch in die Depressive Black Metal-Schublade einordnen kann, mit ihrem aktuellen Album vollauf überzeugen, ach was red ich, geradezu vom Hocker hauen kann. Nun, ganz überraschend kommt das nicht, fielen mir die Australier doch schon auf ihrer Splitkassette mit den Kollegen von LYRINX mehr als positiv auf.

Ein ruhiges Akustikgitarren-Intro eröffnet „To Lay Like Ashes“, bevor man mit „To Fade With The Dusk“ mit einem Stück loslegt, welches mit seinem getragenen Midtempo Black Metal und seinen verzweifelten Schreien ziemlich an BURZUM erinnert. Im Hintergrund agierende Keyboardmelodien sorgen jedoch für einen dichteren Soundteppich und auch für ein Fünkchen Hoffnung in der durch die tieftraurigen Gitarrenharmonien sehr melancholisch, teilweise verzweifelt klingenden Musik. Auffallend ist die kristallklare Produktion, welche die einzelnen Instrumente sehr gut zur Geltung bringt.
In einer ähnlichen Tonart geht es mit „This Dreadful Emptiness“ weiter, nur das in diesem Stück der Kontrast zwischen Verzweiflung und Hoffnung noch deutlicher zum Ausdruck kommt, was mittels vermehrter musikalischer Variation bewerkstelligt wird. So wird zum Teil das Tempo ziemlich angehoben und es kommt auch Klargesang zum Einsatz. Das folgende fast zehnminütige Titelstück stellt dann mit seinen wunderbaren Gitarrenharmonien, den Tempowechseln und dem vermehrten Einsatz des bereits erwähnten Klargesangs definitiv den absoluten Höhepunkt dieses wirklich extrem starken Albums dar. So muss guter Black Metal klingen! Eine gänzlich andere Stimmung erwartet den Hörer dann auf dem folgenden „Just For A Moment…“, hier gewinnt einmal die positive Stimmung die Überhand über die negative, mit den hypnotischen Gitarren und dem Klargesang erinnert das Stück etwas an ALCEST. Wieder in eine gänzlich andere Richtung geht es mit dem letzten Song, „Coma II“, welcher die Fortsetzung eines Stücks vom mir leider unbekannten Debütalbum ist. Hier regieren langgezogene, dröhnende Gitarrenriffs, die durch ihre Monotonie eine hypnotische Atmosphäre erzeugen, Gesang gibt es hier nicht.

AUSTERE haben sich mit „To Lay Like Ashes“ definitiv aus dem Genrekorsett des Depressive Black Metals gelöst und eine abwechslungsreiche und reife Platte aufgenommen, die auch nach unzähligen Hördurchläufen nichts von ihrer Faszination verliert. Ich bin mal gespannt, wie die Jungs das noch toppen wollen.

www.myspace.com/bandaustere


7 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Down
2. To Fade With The Dusk
3. This Dreadful Emptiness
4. To Lay Like Old Ashes
5. Just For A Moment…
6. Coma II
Gesamtspielzeit: 54:36

Mike
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Beitrag vom 20.04.2009
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