PUNKY BRÜSTER - Cooked On Phonics
Label: Hevydevy Records
[CLASSICKS] - REVIEW     Erscheinungsjahr:1996
Eine der Kuriositäten aus dem DEVIN TOWNSEND-Backkatalog: Relativ unbekannt, weil nie offiziell veröffentlicht, allerdings speziell im nordamerikanischen Underground sehr verbreitet und heiß diskutiert:

1996: METALLICA schocken das Gros ihrer Anhänger mit „Load“, Death Metal stirbt einen langsamen Tod und der Kinderpunk von GREEN DAY stürmt die internationalen Charts und Teeniegazetten. Ein Album muss her, die skandalösen Vorgänge anzuprangern…

Ausgerechnet im schmierigen Punkschuppen Malone’s spielt die grottenschlechte polnische Death Metal-Band CRYPTIC CORONER einen Gig. Dem Gitarristen reißt eine Saite, das Spielen der tiefen Töne wird unmöglich. Um vom restlos abgefüllten Szenepublikum nicht in Stücke gerissen zu werden, improvisiert das Trio einen Punk-Song, der – zufällig vom Lokalradio übertragen – innerhalb weniger Tage zum absoluten Hit avanciert. Aus CRYPTIC CORONER werden PUNKY BRÜSTER, die elitären Musiker mit Metal-Reinheitsgebot geraten in einen Gewissenskonflikt, als die Major-Label anfangen an ihre Tür zu klopfen.

Ein „production meeting“ soll die Lage klären:

(mit “Death Metal“-Stimme) „Metal brothers, we’re in the Top 50 with this Punk-Crap. We’re out for world domination now!”
“Yes, but we must get rid of those voices, they are holding us back.”
“Should we go higher, woud that be more accessable? [...] Higher like this!” (quiekend)
“Think Punk”
“I am punk!...I’m a punk guy!...But...I am not thou, this is going against everything I ever believed in![...]”
“My Lord, do not resist this punk assimilation. I don’t think you understand the direction we are headed.”
“I do not. Explain it to me, please!”
“It is boot-lickin’ Punk Rock...”

Der Auftakt zur Erfolgsgeschichte PUNKY BRÜSTERs, die schnell zur angesagtesten Punk Band werden. Die Musiker Dr. Skinny, Squid Vicious und Dances With Chickens durchleben im Folgenden die Höhen und Tiefen des Musicbiz. Von ihrem Manager auf größtmögliche Familientauglichkeit getunt, gewinnt man schließlich den renommierten „Granny-Award“, doch während des Gigs auf der Verleihung gewinnen die Death Metal-Wurzeln wieder die Oberhand.

„Cooked On Phonics“ ist eine Art parodistisches Konzeptalbum mit völlig abgepfiffenen Hörspieleinlagen und genialen Songs, die von der Intention her am ehesten mit den letzten J.B.O.-Sachen wie „Eins, zwei, drei“ verglichen werden können. Die Musik variiert stilistisch mit den Lyrics: Nach dem eingangs geschilderten Dialog herrscht „Metal Dilemma“, „Fake Punk“ und „Heinous Anus“ versprühen mehr Punk-Vibes als die letzte BLINK 182, bei „Crusty’s At The Ivanhoe“ regiert der Metalcore. Mit extrem alberner Stimme und viel höherem Blödsinn führt Townsend durch die gar nicht mal so realitätsferne Story, die geschickt die Mechanismen der Majors und die Kunst des Hypes vorführt. Das intelligenteste und musikalisch wertvollste, was das nebulöse Genre des Comedy Metal zu bieten hat!

www.hevydevy.com


7 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Recipe For A Bait
2. Fake Punk
3. Ez$$
4. Metal Dilemma
5. Oats Peas Beans & Barley
6. Wallet Chain
7. Heinous Anus
8. Heavy Metal Mama
9. Crusty’s At The Ivanhoe
10. Picture Of Myself
11. The Girls Next Door
12. Larry’s O
13. Metal Heads Are Punk Rockers (bonus Track)
Gesamtspielzeit: 58:44

Tobias
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Beitrag vom 22.06.2003
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