ROME - Parlez-Vous Hate?
Label: Trisol Music Group
Fleißig war ja Jerome Reuter unter seinem Pseudonym ROME schon immer, nun wohl aufgrund der Pandemie erhöht er die Schlagzahl noch deutlich und legt mit „Parlez-Vous Hate?“ nicht nur den dritten Longplayer innerhalb eines Kalenderjahres sondern sein insgesamt 18. Album seit 2005 vor.

Kennern der Punk, Skin und Oi! Szene ist Herr Reuter und seine markante Stimme, wohl noch von seiner Skinheadband SKINFLICKS ein Begriff die in den späten 90ern in Luxembourg ihr musikalischen Unwesen trieben. Diese ruppige Töne wie auch Texte hat er bei ROME so gut wie abgelegt und und so verlieren sich die Platten in einer Mischung aus (Neo-)Folk, Rock, Ambient, Dark Wave und Industrial. So waren seine Alben in der Vergangenheit nicht nur mit wirklich großartigen Songs wie „Secret Sons of Europe“, „One Fire“ oder auch „Das Feuerordal“ gespickt, sondern es haftete dem Ganzen auch eine gewisse Sperrigkeit an.

Das neue Album nun aber kommt mit einer fast ungewohnten Leichtigkeit wie Eingängigkeit um die Ecke. Der Rockfaktor ist wieder gestiegen, wie sich schon kurz nach dem eher verzichtbaren Intro „Shangri-Fa“ im Titeltrack offenbart, getragen von Reuters markanter wie voller Stimme und einem Refrain, den man so schnell nicht mir aus dem Kopf bekommt. Im darauffolgenden “Born In The EU” gelingt ihm der Spagat zwischen einer ironischen Verneigung vor dem Boss BRUCE SPRINGSTEEN und einer Liebeserklärung an die Europäische Union, die aber zurecht auch nicht mit kritischen Tönen zu deren aktuellen Situation spart.

„Death From Above“ rockt dann unbeschwert wie fröhlich weiter und bildet so eine herrliche Antithese zum Text des Songs. „Panzerschokolade“, ein Song über die Droge der deutschen Panzerfahrer im zweiten Weltkrieg, stampft dann im klassischen Industrial und in dieser Manier geht es weiter, Songs wie “You Owe Me A Whole World“ oder „Alesia“ sorgen für gute Laune und haben durchaus Hitpotential.

“Parlez-Vous Hate?“ ist wohl sein stärkstes Album seit „Flowers From The Exile“ oder „A Passage To Rhodesia“ und eine absolute Empfehlung.


www.rome.lu


6.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Shangri-Fa
2. Parlez-Vous Hate?
3. Born In The E.U.
4. Death From Above
5. Panzerschokolade
6. Der Adler Trägt Kein Lied
7. Toll In The Great Death
8. Feral Agents
9. You Owe Me A Whole World
10. Blood For All
11. Alesia
12. Fort Nera, Eumesville
Gesamtspielzeit: 41:40

tsunemoto
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Beitrag vom 08.04.2021
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