ALESTORM - Curse Of The Crystal Coconut
Label: Napalm Records
Mittlerweile sind der verrückte Schotte Chris Bowes und seine Freibeuter von ALESTORM bei ihrem sechsten Album angekommen und liefern einmal mehr spaßigen und nicht zu ernst zu nehmenden Metal irgendwo zwischen Folk, Power und Death Metal.

Vorrangig geht es auch auf „Curse Of The Crystal Coconut“ wieder ums Plündern, Brandschatzen, Segeln und natürlich Saufen, aber auch Zombies und der legendäre Seefahrer Tony Martin bekommen einen Auftritt. Man sieht schon, dass sich ALESTORM wieder nicht zu ernst nehmen. Musikalisch kann man den Jungs aber nichts ankreiden, denn Chris und seine Crew haben ihre Instrumente fest im Griff und obwohl das Piraten-Thema mittlerweile etwas ausgelutscht ist, schafft man es auch nach 13 Jahren noch genug Ideen und Experimente einzuweben, um halbwegs spannend zu bleiben. So beginnt man mit „Treasure Chest Party“ überraschend rockig, bringt aber schon das maritime Flair dank typischen ALESTORM Melodien mit und liefert eigentlich schon den ersten Mitsing-Hit. Die erste Single „Fannybaws“, für die man niemand geringeres als Peter „Tyrion“ Dinklage als Hauptcharakter gewinnen konnte, sollte sich auch schnell ins Live-Set einfügen, während das thrashige „Chomp Chomp“ ebenso leicht verdaulich und direkt tönt, wie es sein Titel vorgibt. Mit „Tortuga“ wird es aber dann schon kurz etwas strange. Hier wird gerappt, gepost und mit Synthesizern herumgespielt, und dennoch sind die Piraten unverkennbar. „Zombies Ate My Pirateship“ ist trotz des Titels musikalisch eine ernst zu nehmende Melange aus Folk, Power und Symphonic Metal mit hymnisch-bombastischem Charakter sowie weiblichen Gastvocals. Hier merkt man, dass Chris sich ja auch regelmäßig mit seiner zweiten Band GLORYHAMMER beschäftigt. Neben der immer wiederkehrenden Violine, die man wirklich gekonnt einsetzt, sind aber auch der Einsatz von Trombone und der Trompete kaum mehr weg zu denken und sorgen für Atmosphäre.

Ein weiterer Anspieltipps ist sicher das abgefahrene „Wooden Let Pt. 2 (The Woodening)“ mit seinem verrückten Text und bombastischen Arrangement. Mit seinem Aufbau und den verschiedenen Stilelementen erinnert der 8-Minüter erneut an GLORYHAMMER, wohingegen das flotte Folk-Stück „Call Of The Waves“ für Kurzweile sorgt und „Pirate Scorn“ die 64-Bit Melodien zurück bringt. Das Finale in Form von „Henry Martin“ kommt dann noch überraschend melancholisch daher.

ALESTORM schaffen es erneut kurzweiligem und doch irgendwie musikalisch auf überraschend hohem Niveau agierenden Material zu überzeugen und lifern mit „Curse Of The Crystal Coconut“ für Fans einen Schwung neuer Hits und Hymnen, die live definitiv wunderbar funktionieren werden. Wer hingegen mit den Freibeutern bisher nichts anfangen konnte, der wird auch in Zukunft einen Bogen rund um die Spaß-Folk-Power Metaller machen müssen.

www.alestorm.net


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Treasure Chest Party
2. Fannybaws
3. Chomp Chomp
4. Tortuga
5. Zombies Ate My Pirate Ship
6. Call Of The Waves
7. Pirate Scorn
8. Shit Boat (No Fans)
9. Pirate Metal Drinking Crew
10. Wooden Leg Pt.II (The Woodening)
11. Henry Martin
Gesamtspielzeit: 39:44

maxomer
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Beitrag vom 17.06.2020
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