APOCALYPTICA - Cell-0
Label: Silver Lining Music
Die finnischen Cello-Rocker APOCALYPTICA starteten ihre Karriere mit der Cello-Umsetzung von METALLICA-Songs, und die beiden letzten Jahre wurden anlässlich des 20jährigen Jubiläums die Songs in remasterter Form auf Platte gepresst und auch auf den Bühnen der Welt präsentiert, wobei auch Gründungsmitglied Antero Manninen bei dieser ausgedehnten Tour, viele Jahre nach seinem Ausstieg aus der Band, wieder mit von der Partie war. Offenbar kam man bei dieser Tour auf die Idee, back to the roots zu gehen, denn das neue Album „Cell-0“ ist rein instrumental gehalten, womit wohl der fix engagierte Sänger Franky Perez als Bandmitglied ausschied. Inwieweit Gesang auf dieser neuen Platte fehlen würde, versuchen wir nun herauszufinden.

Der Beginn ist sehr melodisch, allerdings entwickelt sich „Ashes Of The Modern World“ mittendrin doch zu einem sehr druckvollen Titel, wo alles an harten Tönen aus den Cellos herausgeholt wird. Auch beim Titeltrack „Cell-0“ ist es ähnlich, wobei trotz teilweise rasantem Tempo der Fokus stets auf den wirklich gelungenen Klangfolgen liegt. In dem fast 10minütigen Titel gibt es auch sehnsuchtsvoll klingende Momente, die jedoch in der Minderzahl sind. Von denen gibt es dann reichlich beim nachfolgenden „Rise“, wo man so richtig dahinschmelzen kann. Danach sieht es auch bei „En Route To Mayhem“ zu Beginn aus, allerdings wird da nach einer Weile ordentlich Gas gegeben, der Titel klingt jedoch sanftmütig aus. Diese Sanftmut bleibt erhalten und ergibt den zauberhaften Track „Call My Name“, der so wie auch „Catharsis“ ganz tief ins Seelenleben eintaucht, und einfach nur ein Hörgenuss ist. Meist findet sich jedoch härtere und softere Elemente innerhalb der Tracks. Wie gut die ineinanderfließen können wird abschließend auch beim finalen „Beyond The Stars“ demonstriert, das ein wunderbarer Schlusspunkt mit allen Facetten der Musik der Finnen ist. Das ist auch der einzige Moment, wo eine Stimme erklingt, die einen Text zitiert.

Also eigentlich fehlt keine einzige Sekunde eine Gesangsstimme, „Cell-0“ ist dermaßen ausdrucksstark, wodurch man relativ rasch in diesen Melodien versinkt. Man fühlt sich oft an das frühere Musikerlebnis bei APOCALYPTICA erinnert, aber im Gegensatz zu den Anfangszeiten besteht dieses Album ausschließlich aus eigenen Tracks. Neben druckvollen Parts, bei denen aus den Instrumenten das Letzte herausgeholt wird, wurde auch den sanften Melodien viel Platz ausgeräumt. Das ergibt ein rundum gelungenes Album, und man darf schon gespannt sein, was davon auf der Support-Tour mit SABATON zum Besten gegeben wird.

www.apocalyptica.com


7 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Ashes Of The Modern World
2. Cell-0
3. Rise
4. En Route To Mayhem
5. Call My Name
6. Fire & Ice
7. Scream For The Silent
8. Catharsis
9. Beyond The Stars
Gesamtspielzeit: 53:40

Metalmama
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Beitrag vom 07.01.2020
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