SINNER - Santa Muerte
Label: Afm Records
Wenn ich den Namen Mat Sinner höre, ist meine erster Gedanke spontan: „Schläft der Mann eigentlich auch mal?“ Wenn man auf die diversen Projekte und Bands blickt bei denen der 56-jährige Stuttgarter mitwirkt, kann die Antwort eigentlich nur nein lauten.

Viel Zeit ist nicht vergangen seit dem 2017 erschienenen „Tequila Suicide“, denn `Wer rastet der rostet!` dürfte das Motto bei SINNER sein und servieren ihren Fans mit „Santa Muerte“ den neuesten Streich. Ein erster Blick auf das Cover und den dazugehörigen Albumtitel zeigen, dass man dort anknüpft wo man beim Vorgänger aufhörte.

Der Opener „Shine On“ kommt schon zu Beginn flott daher und macht dank Rockröhre Giorgia Colleluori sofort Lust auf mehr Frauenpower. Die mir bisher unbekannte Italienerin ist stimmlich irgendwo zwischen Elin Larsson (BLUES PILLS) und Noora Louhimo (BATTLE BEAST) angesiedelt und sorgt für ordentlich Dampf. Tolle Entdeckung von Mat. Wer schon einmal bei Rock Meets Classic dabei war dürfte die junge Dame auch schon kennen.

Bei „Fiesta Y Copas“ mit seinen möchtegern-mexikanischen Passagen und dem stumpfen Refrain hört dagegen der Spaß schon wieder auf. Ein Ohrwurm vom feinsten im negativen Sinne. Auch bei „Santa Muerte“ singt der Bandchef selbst und wie die Nummer davor werde ich auch diesmal nicht warm mit der Stimme von Herrn Sinner.

Dann doch lieber wieder Giorgia, wie bei „Last Exit Hell“, diesmal im Duett oder „Death Letter“ das mit seinem bluesigen Sound überzeugen kann. Die Italienerin beweist hier ihre stimmliche Bandbreite während die Fraktion an den Instrumenten auch mal ran darf. Hier findet sich ein ganz feines Solo an der Gitarre, gespielt von den erfahrenen Herren Tom Naumann (PRIMAL FEAR) und Alex Scholpp (TARJA, FARMER BOYS).

Als nächstes probiert „Craving“ zu rocken, schafft es aber leider nicht, sondern sorgt mit seinem 08/15-Gefiedele nur für Langeweile. „The Wolf“ dagegen bleibt im Ohr hängen. Hier duellieren sich wieder beide Vocalisten und sorgen so für etwas Abwechslung.

Gegen Ende steigert man sich und schmeißt mit „Misty Mountain“ einen starken Song raus, der nur so vor Melancholie strotzt und endlich zeigt, dass dir doch Potenzial vorhanden ist. Wieder eine starke gesangliche Leistung von der Dame aus dem Land des Stiefels. „The Ballad Of Jack“ klingt dagegen etwas fröhlicher und könne sowohl gesanglich wie auch musikalisch von NIGHTWISH stammen. Netter Schachzug.

Von einem überragenden Album kann man hier sicher nicht sprechen, im besten Fall noch von Mittelmaß. Zuviel Durchschnittsware wird einem hier geboten. Positiv zu erwähnen wäre die neue Dame an der Seite von Matt, die mit ihrer tollen und vielseitigen Stimme für Abwechslung sorgt. Es bleibt kaum eine Nummer länger im Ohr hängen und mein Rat an Herrn Sinner, etwas mehr Schlaf und auf vielleicht auf weniger Hochzeiten gleichzeitig tanzen.

www.matsinner.com


4 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Shine On
2. Fiesta Y Copas (feat. Ronnie Romero)
3. Santa Muerte
4. Last Exit Hell
5. What Went Wrong (feat. Ricky Warwick)
6. Lucky 13
7. Death Letter (feat. Magnus Karlsson)
8. Craving
9. The Wolf
10. Misty Mountain
11. Stormy Night
12. Sorry
Gesamtspielzeit: 53:37

AndyVanHalen
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Beitrag vom 07.12.2019
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