ASPHAGOR - The Cleansing
Label: Black Sunset
ASPHAGOR wollen es mit ihrem dritten Output offenbar wissen. Schicke Aufmachung mitsamt gelungenem Artwork und gecorpspaintetem Bandfoto sowie einer Spielzeit von über einer Stunde und eine fettere Produktion denn je; das zeichnet „The Cleansing“ zumindest auf dem Papier schon mal aus. Ob die Black Metaller aus Tirol auch überzeugen können, will ich hier ergründen.

Rasant, räudig und heftig begrüßen uns die Tiroler sogleich und schaffen es trotz besserer Produktion noch immer roh und brutal zu wirken. Ein paar Melodien und eine leichte Death Metal Schlagseite sorgen für Abwechslung und Spannung, während manch bombastischer oder auch ruhiger Part den Hörer zwischendurch wieder runterholen, bevor die nächste heftige, aber wohl überlegte Knüppelorgie losrast. Anstatt hier zwei-drei Minuten Blast-Orgien auf uns niederprasseln zu lassen, nehmen sich ASPHAGOR nämlich bewusst Zeit, um ihren Songs, die auch mal an die sieben Minuten reichen, sich zu entfalten und so für Atmosphäre zu sorgen, ohne den Härtegrad jemals außer Augen zu lassen. Zudem leistet Fronter Morgoth mit seinem kratzigen Organ absolut exzellente Arbeit, die sich vor der internationalen Szene zu keiner Sekunde verstecken braucht. Hier und da streut er auch spoken Words, chorale Stimmen, sowie heftige Growls ein, stellt aber die typisch kratzigen BM-Vocals in den Vordergrund. Leider kann man trotz einem Akustik-Zwischenstück namens „101815“ und dem intensiven „Aurora Nocturna“, das mit Chorgesängen überrascht, eine gewisse Eintönigkeit über die gesamte Distanz nicht ganz verhindern. Hier wäre weniger wahrscheinlich mehr gewesen, was aber Jammern auf hohem Niveau ist, denn kaum eine Band hat es in letzter Zeit geschafft, sich so weiter zu entwickeln, ohne gleich die Wurzeln des Black Metal zu sehr zu verlieren.

„The Cleansing“ ist ein starkes Stück Black Metal, das aber auch mehr sein will und es auch kann. Wer nicht nur Geknüppel (aber doch einiges davon) haben will, sondern auch Intensität, Melodien und ein paar Besuche in anderen Genres zu schätzen weiß, sollte unbedingt zugreifen.

de-de.facebook.com/Asphagor


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Delphic Throne
2. Sun Devouiei
3. The Solipsist
4. (In The) Sea Of Empty Shells
5. 101815
6. Ardor
7. Circle Of Abaddon
8. Monodia (he, My Wall)
9. Auroroa Nocturna
10. The Cleansing
Gesamtspielzeit: 60:02

maxomer
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Beitrag vom 07.09.2018
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