KILLSWITCH ENGAGE   REVOCATION   TENSIDE  
06.11.2019 @ Tonhalle, München

Die NWOAHM Pioniere KILLSWITCH ENGAGE haben live einen gewaltigen Ruf – zu Recht, wenn ich mich an die Show in Wien oder die leider etwas kurze Vorarbeit für IRON MAIDEN am Nova Rock zurückerinnere. Da ich die Truppe bereits ziemlich seit ihren ersten Tagen, vor allem dem zweiten Album „Alive Or Just Breathing“ verfolge, war es eigentlich keine Frage, ob wir an einem Mittwoch die Reise in die Münchener Tonhalle antreten.

Kurz ein Bier geschnappt, die Location begutachtet, und schon ging es mit den lokalen Supportern TENSIDE los. Überraschend ruhig und bewegungsarm für einen Lokalmatadoren blieb es bei den ersten Tracks der Truppe, , die im Opener noch stark an MACHINE HEAD erinnerten, aber spätestens bei der Hinzunahme von Synthies im weiteren Verlauf, doch eine andere Richtung einschlugen. Sänger Daniel Kuhlemann gab sich aber reichlich Mühe die schon ganz gut gefüllte Tonhalle zu animieren und so wurde auch der Applaus von Song zu Song mehr. Dennoch bleib die Stimmung insgesamt eher verhalten.





Eine interessante Mischung suchten sich KSE für diesen Abend, denn nach den groovenden Metallern von TENSIDE, durfte das Tech-Death Geschwader REVOCATION die Fans voranheizen. Auch wenn man stilistisch vielleicht nicht so richtig ins Konzept passen wollte, drehten die Amis rund um Frontgurgler David Davidson sofort auf, hauten Frickelriffs und Drumattacken vom feinsten raus und konnten die Zuschauer damit auch wahrlich gut unterhalten. Da sich die Herren aus Boston auf den letzten beiden Werken auch etwas zugänglicher präsentierten, war das aber kein großes Wunder. Man sah ihnen aber deutlich an, dass sie Freude auf der Bühne hatten und technisch sind die Amis sowieso über jeden Zweifel erhaben, denn was hier abgeliefert wurde, brachte nicht wenige zum Staunen, vor allem, wenn man die fliegenden Finger auf den Griffbrettern im Auge behielt. Nach gut 40 Minuten räumte man aber bereits wieder die Bühne.





KILLSWITCH ENGAGE ließen sich an diesem Mittwochabend nicht lange bitten und enterten bereits ein paar Minuten vor 22:00 Uhr die Bühne zu den Intro-Klängen von „The Final Countdown“. Irgendwie mag das zwar nicht so ganz zur Band passen, aber dass Bandboss Adam D. etwas anders tickt sollte sich im Verlauf des Abends noch öfter zeigen. Gestartet wurde mehr als souverän mit dem Opener des aktuellen Werkes „Atonement“. Zwar mag „Unleashed“ einer der sperrigeren Songs der Bandgeschichte sein, doch die Stimmung war sofort großartig und auch erste Crowdsurfer gaben den Securitys allerhand zu tun. Heimkehrer Jesse Leach, der nun schon das dritte Album seit der Reunion eingesungen hat, war nicht nur von der ersten Minute an agil, Fan-nahe und absolut sympathisch, der Mann hat auch eine Stimmgewalt und Treffsicherheit, die man in dem Genre nur selten zu Gehör bekommt. Der Mann mit dem fetten Rauschebart und Irokesen schmetterte die Songs so perfekt, dass das schon fast unheimlich war. Der glasklare Sound in der Tonhalle trug aber sein Übriges dazu bei. Anbrennen ließ man nix, und so ballerte man mit dem Ohrwurm „Hate By The Design“ und dem Klassiker „My Last Serenade“ bei dem es Gänsehaut und lautstarke Chöre gab, natürlich auch gleich zwei weitere Hitkandidaten raus. Früh präsentierte man auch das Chuck Billy Duett „The Crownless King“, bei dem Jesse großteils beide Parts übernahm, aber auch Adam Dutkiewitcz trug einiges bei, wobei dieser stimmlich etwas mehr improvisierte als sein Fronter.





Es sollte also ein paar Songs lang dauern, bis man den Fans eine erste Verschnaufpause gönnte und das Worte an selbige richtete. Jesse hielt sich kurz und knapp. Doch nicht mit Adam, denn der unterbrach ihn gleich mal und lobte theatralisch das „most delicious beer in the universe“, was die Münchner natürlich freute. Nachdem dieser noch weiter herumkaspaln wollte, warf Jesse sogleich ein: „This song is about Adam´s mouth – „I Am Broken Too“, was nochmal für Lacher sorgte. Natürlich geht es in dieser neuen und grandiosen Powerballade, die für einen weiteren Magic Moment sorgte, um Depression und dessen Bekämpfung. Auch überraschend viele Howard Jones Songs fanden Platz, denn mit den üblichen Hits wie „Rose Of Sharyn“ zu dem sich ein unglaublich mächtiger Moshpit bildete, oder dem DIO-Cover am Ende, gab es insgesamt gleich sieben Tracks aus der Ära, und natürlich widmete man das mit ihm gemeinsam aufgenommene „The Signal Fire“ selbigem Sänger und seiner aktuellen Band LIGHT THE TORCH.





Gegen Ende der knapp 75-minütigen Show wurde Jesse doch noch etwas redseliger, was auch daran lag, dass Adam ganz stolz und mit verstellter Stimme „My guitar is broken“ verkündete und daraufhin einen improvisierten Bier-Song anstimmte. So musste Zeit überbrückt werden und Leach dankte der Menge, in der er zwischendurch auch immer mal wieder vom Photopit aus badete und erzählte: „Tomorrow we have a day off, so I don´t give a fuck about Wednesday and get drunk!“. Nach dieser Ansage gab man nochmal Vollstoff, denn nicht nur der Sänger machte auf der Bühne einige Meter auch die Kollegen Stroetzel und Mike D nutzten jeden Zentimeter, wenn auch Adam mit seinem Gehampel am meisten Platz brauchte. Irgendwie wirkt der Mann immer noch etwas wie ein Fremdköper in der Band, obwohl dieser ja eigentlich DIE Band ist. Aber gut mit „Strength Of The Mind“ wurden die Fans nochmal gefordert, „The End Of Heartache“, bei dem Jesse wie auch bei den anderen Jones-Songs seine ganz eigene Note reinbringt und das bereits erwähnte DIO-Cover „Holy Diver“, das nochmal lautstarke Chöre erschallen ließ, rundeten dieses unglaublich geile Konzert in München nochmal gekonnt ab.





Setlist KILLSWTICH ENGAGE:

Unleashed
Hate By Design
The Crownless King
My Last Serenade
This Fire
Reckoning
I Am Broken Too
Rose Of Sharyn
As Sure As The Sun Will Rise
In Due Time
The Signal Fire
Always
My Curse
This Is Absolution
The End Of Heartache
Stregth Of The Mind
Holy Diver (DIO)

KSE zeigten erneut, dass sie live eine Band und vor allem eine gewaltige Macht sind. Die 75 Minuten vergingen wie im Flug und wenn auch vor allem vom „Alive Or Just Breathing“ Album so einigen Überhits fehlten, möchte ich keinen Song dieses Abends missen und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit den Pionieren, die in 20 Jahren noch nie enttäuschten.

www.killswitchengage.com
www.revocationband.com
tenside-music.de

www.eventfabrik-muenchen.de

maxomer
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Beitrag vom 08.11.2019
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