AEONIC IMPULSE   FAIL TO FEAR   FUSED  
26.08.2018 @ Whisky A Go-Go, Los Angeles

Im Zuge einer Reise nach Kalifornien kamen wir in Los Angeles nicht umhin, die berühmten Spielstätten vieler bekannter Legenden zu besuchen und so trafen wir nach einem Bierchen im gegenüberliegenden Viper Room im legendären Whisky A Go-Go Club ein. Als erster Rockclub im Großraum Los Angeles wurde er in den 60ern zu einem der wichtigsten Treffpunkte von Musikern und Managern und fungierte unter anderem für THE DOORS und ALICE COOPER sowie später auch für SYSTEM OF A DOWN als Sprungbrett. Auch eine witzige Anekdote: der Begriff "Go-Go Dancer" stammt dort her. Eine engagierte DJane sagte kurzfristig ab und der Besitzer stellte kurzerhand sein Cigarette Girl in den aus Platzgründen hängenden Glaskasten mit DJ Pult. Dies kam so gut an, dass dieser mehrere der Glaskästen montierte und regelmäßig Animierdamen darin tanzen ließ. Wie ich mich nun selbst überzeugen konnte, sind diese heute aber leider nicht mehr vorhanden.

Wir betraten den Club, als die erste Band des Abends, FUSED, schon am Beschallen waren und wurden sofort in einen mit einer roten Linie abgesperrten Bereich vor der Bühne geschoben, da vom Security Personal penibel darauf geachtet wurde, dass die Fluchtwege durchs Lokal durchgehend frei waren. Dies war für die Bands natürlich ein großer Vorteil, da sich das Publikum nicht wie sonst üblich, anfangs noch etwas verhalten, eher im hinteren Bereich der Schaustätte aufhielt, sondern gleich direkt in der Pole Position vor den Musikern zum Stehen kam. Eigentlich eine gute Idee, die Stimmung und Anzahl der Zuschauer hielt sich aber leider noch etwas in Grenzen, da konnte der gut gemachte Hard Rock der Truppe, gespickt mit vielen Southern Anleihen, auch nichts daran ändern.

Dann starteten wir einen Rundgang durch den kleinen aber feinen Club, der auch eine Galerie im ersten Stock sowie drei verschiedene Bars und eine Menge Sitznischen für schwache Metaler aufwies. Die Bilder an den Wänden zeugten von den großen Helden der Szene, so konnte man zum Beispiel ein Portrait von Jim Morrison sowie viele kleinere Schnappschüsse diverser Stars betrachten. Das Barpersonal war äußerst zuvorkommend aber das Bier grauenhaft und teuer und so waren wir froh, als die zweite Band die Bühnenbretter betrat und loslegte.

FAIL TO FEAR entpuppten sich als Junge Metalcore Truppe, die meiner Meinung nach noch nicht so viele Auftritte vorweisen können, irre nervös waren, oder einfach schlecht sind. Man weiß es nicht. Aber die Stimme des schlaksigen Fronters, der passend zur Performance ein Shirt mit der Aufschrift "I´m only here for the Food" trug, war genauso dünn wie er selbst und pendelte sich erst nach fünf Songs growltechnisch etwas ein, da war die Spielzeit aber schon fast vorüber. Da konnte ihn auch der immer wieder für cleane Vocals einspringende Gitarrist an seiner Seite nicht retten. Auch musikalisch ging takttechnisch immer wieder was daneben, was uns dann für eine längere Rauchpause vor die Clubpforten zwang.

Wo die Opener-Bands noch etwas weniger zu den heutigen Headlinern passen sollten, reihten sich aber die ortsansässigen Jungs von AEONIC IMPULSE nahtlos in die Progressive Metal Schiene ein. Und dies spektakulär muss ich sagen. Die für mich größte Überraschung des Abends fegte teilweise brachial über das nun schon deutlich größere Publikum hinweg, wobei man sagen muss, dass man interessante Unterschiede erkennen ließ, die deutlich für den Sonnenstaat Kalifornien sprachen, da auch hier Prog der etwas sonnigeren Sorte mit vielen FAITH NO MORE-Anleihen abgeliefert wurde. Ob eine Fanbase ins Whisky mitgenommen wurde, oder sie einfach bei der vorhandenen Meute großartig angenommen wurden, sei einfach dahingestellt, aber man kann getrost behaupten, dass das Quartett mit ihrer Qualität und Energie restlos überzeugen konnten.

www.whiskyagogo.com

Catrine
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Beitrag vom 01.03.2019
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