KALTENBACH OPEN AIR 2018: THE BLACK DAHLIA MURDER   TOXIC HOLOCAUST   BROKEN HOPE   GOATWHORE   HIRAX   DOWNFALL OF GAIA   TORTHARRY   DEATHRITE   POPPY SEED GRINDER   THE MORPHEAN    DYSTRUST  
24.08.2018 @ Kaltenbach Open Air

Nachdem man am ersten Tag des Festivals noch trocken blieb, war´s mt dem schönen Wetter ab Freitag leider vorbei. Immer wieder vertrieben Regengüsse die Leute unter Überdachungen oder vom Gelände, was leider vielen Bands nur ein spärliches Publikum bescherte.

Die ersten Opfer des Schlechtwetters waren die Opener DYSTRUST. Die Wiener Melodic Deather zeigten vollen Einsatz auf der Bühne, konnten aber nur wenige Leute an die Absperrung locken. Die gingen aber dafür ordentlich mit, während Sänger Marye Graßl wie ein Wilder über die Bühne fegte. DYSTRUST hätten viel mehr Publikum verdient, aber leider war der Wettergott nicht auf ihrer Seite.





Ähnlich erging es auch den Death Metallern von THE MORPHEAN, bei denen es ebenso schüttete wie bei den Vorgängern. Die Oberösterreicher starteten mit einem sehr klangvollen Intro, das bald von stampfenden Rhythmen mit variantenreichen Klängen und interessanten Riffs abgelöst wurde. Dazu brüllte Burns Biermayr tiefe Vocals ins Mikro, und THE MORPHEAN gaben trotz der spärlichen Besucheranzahl alles. Eine positive Sache, wenn sich eine Band von so etwas nicht beeindrucken lässt, und für die Leute spielt, die gekommen sind, um sie zu sehen.





Der Regen ließ endlich nach, und der erfahrene KOA-Besucher weiß, dass viele aus ihren Zelten hervorkriechen und aufs Gelände kommen, wenn der Begriff „Grind“ fällt. POPPY SEED GRINDER hatten das ja bereits im Bandnamen, und konnten sich über deutlich mehr Publikum freuen als die beiden Gruppen zuvor. Die Tschechen hielten sich nicht lange mit einem Intro auf, sondern ballerten den Leuten Brutal Death Metal auf die Ohren. Frontgrowler Eddie stampfte dabei über die Bühne und animierte das Publikum, das trotz Regenkleidung abging wie die Post, und die Leute verausgabten sich mindestens genau so sehr wie die Band! Dieses Genre funktioniert am KOA einfach immer.





Ganz anderes gab es bei der nachfolgenden Band zu hören. DEATHRITE starteten mit einem sehr klangvollen Intro, und darauf folgte ein Mix aus druckvollen und sehr melodischen Klängen. Sänger Tony steuerte Growls bei, die sich sehr gut in die variantenreichen Klangwelten einfügten, und zeigte dabei vollen Körpereinsatz. Da es beim Gig der Deutschen kaum regnete waren relativ viele Leute da, die gebannt zuhörten, diese Musik einfach nur genossen, und am Ende jedes Titels begeistert Beifall klatschten oder laut brüllten. DEATHRITE überzeugten und gewannen an diesem Tag sicher neue Fans dazu.





Erst kürzlich traten TORTHARRY in Graz auf, und überzeugten die Freunde des knallharten Death Metals auf der ganzen Linie. So war es nicht verwunderlich, dass bereits beim Intro viele vor der Bühne standen, und nach dessen verklingen gab es ein gewaltiges Brett auf die Gehörgänge. Hämmernde Drums, rasante Riffs und aggressiver Gesang zeichneten den Gig der Tschechen aus. Bei vielen Ansagen bedankte man sich unter anderem für die Gelegenheit, am KOA spielen zu dürfen. Das Publikum reagierte auf dieses musikalische Brett mit vielen Headbangern und zwischendurch wurde auch gemosht, wie es zum Death Metal dazugehört. Das sollte TORTHARRY die Entscheidung erleichtern, auch in Zukunft in der Steiermark Station zu machen.





Die Fans der extrem harten Klänge zogen sich etwas zurück, dafür kamen die Freunde der großartigen Klangwelten zur Bühne. DOWNFALL OF GAIA waren schon öfter im Zuge von ausgedehnten Touren in Österreich, und somit keine Unbekannten mehr. Die Deutschen sind Vertreter des atmosphärischen Black Metals, und nach dem eher monotonen Intro gab es langsame, jedoch sehr intensive Töne zu hören, zu denen gleich drei Leute variantenreichen Gesang beisteuerten. Der Mix aus härteren und melodischen Riffs mit vielen doomigen Elementen konnte voll überzeugen. DOWNFALL OF GAIA hinterließen einen sehr starken Eindruck, und werden sich wohl auch bei den nächsten Österreich-Visiten über viel Publikum freuen können.





Das wars dann für diesen Tag mit den melodischen Klängen, den Rest des Tages stand nur noch US-Action auf dem Programm. Die erste Band aus Ami-Land waren die Thrash/Speed Metaler HIRAX. Auf ein kurzes Intro folgte regelrechte Haudrauf-Musik und die Musiker gaben gewaltig Gas. Aber alle Blicke waren auf Sänger Katon W. de Pena gerichtet, der über die Bühne stürmte und die Besucher mit viel Gestik auf Touren brachte. Ein Showman wie er kommt einem nicht so oft unter, und so stand der Gig von HIRAX unter dem Motto „Spaß und Action“. Daraus entstand eine gewaltige Party der härteren Art, bei der alle mitmachten. An diesen Gig werden sich wohl alle noch lange erinnern.




Die zweite Band des Ami-Packages wurde bereits von vielen sehnsüchtig erwartet. GOATWHORE stehen seit mehr als zwei Jahrzehnten für Black/Death/Thrash Metal und hatten mit „Vengeful Ascension“ auch eine neue Platte im Gepäck. Sänger Ben Falgoust peitschte die Leute ordentlich ein, allerdings eher mit ernstem Blick. Mit rasanten Riffs der knallharten Sorte wurden den Besuchern die Ohren vollgedröhnt, Der Platz vor der Bühne war von Anfang an gut gefüllt und es herrschte Begeisterung pur, was sich an besonders vielen Headbangern deutlich zeigte. Der Gig wurde von Pyrotechnik umrahmt, die in diesem Fall sogar an die Musik angepasst war, was sonst nicht immer gelang. Fazit der Show: GOATWHORE erfüllten die Erwartungen der Fans voll und ganz, und ließen keine Wünsche offen.




Ebenfalls aus den USA stammten BROKEN HOPE, die dieses Jahr bereits 30jähriges Jubiläum im Zeichen des Death Metals feierten. Bunte Transparente standen im totalen Gegensatz zu den gnadenlosen, hämmernden Klängen, und die Truppe gab von Anfang an Vollgas. Sänger Damian "Tom" Leski brüllte alles nieder, was sich ihm in den Weg stellte, und die zahlreichen Leute vor der Bühne ließen sich das begeistert gefallen. Es wurde gebangt und gemosht was das Zeug hielt, und Band und Publikum gaben einfach alles. Da der Gig von BROKEN HOPE eine volle Stunde dauerte, war es wenig verwunderlich, dass danach alle ziemlich erschöpft waren.




Aber natürlich fanden sich fast alle wieder zur Ami-Band Nummer vier vor der Bühne ein, denn die wenigsten wollten sich den Gig von TOXIC HOLOCAUST entgehen lassen. Auch diese Band konnte bereits auf fast zwei Jahrzehnte zurückblicken, und musikalisch stand ein Mix aus Speed/Thrash/Black Metal auf dem Programm. Als Einleitung gab es erst einmal elektronisch wirkende Klänge, aber danach wurden variantenreiche Thrash-Salven mit aggressiven Vocals auf das Publikum abgefeuert. Die Leute reagierten prompt, und auch der einsetzende Regen konnte die Stimmung nicht abkühlen. Die war aber auf einmal im Keller, als TOXIC HOLOCAUST nach einer halben Stunde von der Bühne gingen, obwohl eine Stunde Spielzeit geplant war. Damit handelte sich die Band viele Schlechtpunkte ein, denn die Fans im wahrsten Sinn des Wortes im Regen stehen zu lassen, ist einfach eine Frechheit.




Das einzig Positive daran war, dass THE BLACK DAHLIA MURDER dadurch ein bisschen früher zu spielen begannen. Die Jungs aus Detroit ließen das negative Feeling rasch vergessen, und brachten die Leute mit hämmernden Death Metal Klängen und wenigen melodischen Einlagen ziemlich rasch auf Touren. Vocalist Trevor Strnad erwies sich als wahres Energiebündel, brüllte kreischende Vocals ins Mikro und riss alle mit. Trotz Regens und später Stunde schafften es THE BLACK DAHLIA MURDER das Publikum zu motivieren, noch einmal alles zu geben. Damit stellte die Truppe eindrucksvoll unter Beweis, dass ihr Headliner-Status mehr als verdient ist.






Weblinks:
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FOTOS + E-CARDS
www.kaltenbach-openair.at

Metalmama
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Beitrag vom 20.09.2018
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