KREATOR   PUNGENT STENCH   BLACK INHALE   INSANITY ALERT  
08.04.2018 @ Posthof

Gleich drei Metal-Konzerte an einem Wochenede im Posthof! Was vor 15 Jahren noch Gang und Gebe war, ist heutzutage schon wirklich einen dicken Eintrag im Kalender wert. Nachdem KVELERTAK und ESCIMO CALLBOY freitags die Fans des Post-Black-Rock´n´Roll und Metalcore bedienten, durften KREATOR und PUNGENT STENCH samt Vorprogramm die Old-School Death und Thrash Fangemeinde erfreuen.

Schon um 18:00 eröffenete der Posthof seine Pforten und schickte zuerst die Spaß-Thrasher INSANITY ALERT auf die Bühne. Die Jungs heizten laut Zeugenaussagen schon gewaltig ein und füllten den großen Saal bereits halbwegs gut. Wir erhaschten nur noch einen kurzen Eindruck im schon jetzt recht heißen und nicht optimal belüfteten Saal, der aber einen ganz guten Sound prophezeite, von INSANITY ALERT.

Kurz darauf durften BLACK INHALE, oder auch liebevoll die kleinen MACHINE HEAD genannt, auf die Bühne. Ohne Umschweife startete die sympathische Truppe ins recht brutale Modern Thrash Set, das irgendwo zwischen MACHINE HEAD, PANTERA und METALLICA tönte. Die Truppe freute sich sichtlich über den gut gefüllten Posthof und so scherzte Frontmann Raffael Trimmal zwischendurch recht ausschweifend und erzählte auch, dass Drummer Boris, der bereits für KREATOR als Drum-Tech arbeitete, schon damals dem Headliner vorhersagte, dass BLACK INHALE irgendwann mal als Supporter dabei sein würden. Das wurde auf dieser Tour wahr und machte Boris wieder zum Bettnässer. Naja, lustig war´s nicht, dafür aber recht sympathisch. Da erfreuten Kracher vom aktuellen Werk „A Doctrine Of Vultures“ auf jeden Fall mehr. Raffael erzählte noch etwas von einer Ballade, die keine Ballade ist, einem ÖBB-Panzer und präsentierte die dazugehörigen Songs bei glasklarem Sound, viel Nebel und einer gewaltig finsteren Bühnenshow, die eventuell das bereits auf der Bühne liegende Zeug von KREATOR verdecken sollte. Mehr als solide heizten die Burgenländer dem Linzer Publikum ein und verabschiedete sich nach etwa 40 Minuten unter lautem Applaus von selbigen.





Setlist BLACK INHALE:

A Doctrine Of Vultures
The Die Is Not Yet Cast
Warning
Losing My Faith
Red Khmer
The Pessimist

Nach der relativ jungen Band folgte mit (Shirenc Plays) PUNGENT STENCH, die 2007 ihr Namensrecht im Streit einbüßten, zunächst als CHURCH OF PUNGENT STENCH unterwegs waren und nun unter das Banner einer Tribut-Band gezwungen wurden, eine wahre Legende des extremen Liedguts Österreichs. Das Trio stapfte gut gelaunt auf die Bühne und prügelte mit dem groovenden „Fuck Bizarre“ den ersten Klassiker raus. Überraschend gut gelaunt und redselig präsentierte sich der Fronter, der sich unter dem Cappy etwas versteckte und sonst auch recht leger gekleidet an Gitarre und Mikro agierte. Da fiel Basser Dan „Danny Vacuum“ Wall aus Schweden mit lässigen Elvis-Koteletten, Lederjacke und seinem fett scheppernden Bass-Sound schon mehr auf. Der Schwede grinste unentwegt und hatte auch sichtlich Spaß bei seinen Moves und Posings auf der Stage. Auch Shirenc versuchte sich zwischen den fetten Brechern, die zunächst etwas verhalten vom relativ jungen Publikum aufgenommen wurden, immer mal wieder etwas mit dem Publikum zu plaudern und riss auch ein paar Witzchen. Dadurch und nach ein paar Justierungen am Sound und den Bühnenmonitoren, öffnete sich die Crowd auch immer mehr und ging gegen Ende auch besser mit. PUNGENT STENCH zeigten einen technisch starken Gig, der bei mir aber etwas hinter den Erwartungen zurück blieb. Dennoch kann man dem Trio eigentlich nichts Negatives nachsagen.






Setlist PUNGENT STENCH:

Fuck Bizarre
Happy re-Birthday
Deadly Medley
Bonesawer
Rip You Without Care
A Small Lunch
Extreme Deformity
Shrunken And Mummified Bitch
Viva La Muerte


Um 22:00 Uhr enterten die Thrash Meister aus Deutschland pünktlich zum üblichen „Mars Mantra“ Intro die Bühne und feuerten sogleich lautstark mit dem noch immer relativ aktuellen Song „Phantom Antichrist“ los. Es bot sich das gewohnte Bild. Starke, selbst mitgebrachte Lichtanlage, allerlei Klimbim auf der Bühne, sowie die bereits bekannten CO2-Kannonen und Lametta, dass an die Decke geballert wurde und dort bis zum Ende hing, Mille in typischer Pose und Sami sowie Basser Speesy, die sich bewegungsfreudig um ihren Fronter bewegten. Währenddessen gab Ventor an den Kesseln mächtig Schub. So kam auch sofort Bewegung in die Fans, die lautstark mitbrüllten, die Fäuste reckten und gerne auch mal moshten. Spätestens zu „Phobia“ brüllte sowieso jeder mit.





Ansonsten boten KREATOR die übliche Kost aus Altem und Neuem. Am überraschendsten vielleicht noch das flotte und kurze „Total Death“, das sich aber neben Hits wie „Violent Revolution“, „People Of The Lie“ oder „Enemy Of God“ natürlich etwas schwerer tat. Anstatt wie sonst gegen Ende, gab es „Flag Of Hate“, zu dem Mille natürlich die übergroße „Flag“ schwenkte und die Zuschauer zum Ansagen des Tracks animierte, sich aber erst nach dem vierten Durchlauf zufrieden gab, schon mitten drin. Als Kontrast diente dann das melodischere „From Flood Into Fire“ bei dem die Fans auch bereits sehr textsicher agierten und sich auch auf einen Circle-Pit einließen. Nach 14 Tracks und ein paar Intros vom Band, wie auch dem starken „The Patriarch“ war es auch schon Zeit für die Zugabe in Form von „Fallen Brother“ und dem Doppelpack „Betrayer“ sowie „Pleasure To Kill“, die nochmal alles von den Zuschauern abverlangten, ehe sich KREATOR ausgiebig verabschiedeten und die Linzer in die Sonntagnacht entließen.





Setlist KREATOR:

(Mars Mantra)
Phantom Antichrist
Hail To The Hordes
Enemy Of God
Satan Is Real
Civilization Collapse
People Of The Lie
Flag Of Hate
Phobia
(Intro)
Gods Of Violence
Total Death
From Flood Into Fire
Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite)
(The Patriarch)
Violent Revolution
Totalitarian Terror
-
Fallen Brother
Betrayer
Pleasure To Kill
(Apocalypticon)


KREATOR zeigten eine solide Show wie eh und je - nicht mehr aber auch nicht weniger. Wer die deutschen Thrash Urgesteine noch nicht gesehen hat, bekam die Vollbedienung, Fans die Mille und Co. schon länger verfolgen, könnten dafür aber schon ein paar Ermüdungserscheinungen und Deja-vü´s erlebt haben, da KREATOR seit einigen Jahren am selben Live-Schema festhalten. Unzufrieden ging hier aber definitiv keiner heim.

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Beitrag vom 13.04.2018
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