RISE UP FESTIVAL 2018: CALIBAN   ADEPT   ANY GIVEN DAY   POLAR   WE BLAME THE EMPIRE   UZZIEL    SIN EATER   NEMESIS MY ENEMY    HARD TO BELIEVE  
03.03.2018 @ Veranstaltungszentrum Judenburg

Die Obersteiermark ist ja eher Pampa, was Metal-Veranstaltungen betrifft, deshalb kann den jungen Veranstaltern des Rise Up Festival nur gedankt werden, dass sie das Risiko auf sich genommen haben, so ein Event auf die Beine zu stellen und schon in die dritte Runde in Judenburg gehen.

Die Location ist schon etwas ganz Besonderes, denn ursprünglich durfte hier eifrig gebetet werden, da das Stammgebäude eine ehemalige Jesuitenkirche ist. Vor einigen Jahren erweiterte man das Bauwerk und seither finden auch Bälle und andere Events dort statt. Das Festival trug man im ehemaligen Kirchentrakt aus, und so wurden nicht nur die Besucher mit lauten Klängen beschallt, sondern auch die zahlreichen Stuck-Engelchen und aufgemalten Heiligenfiguren.

Beim Eingang empfingen uns auch dieses Jahr die Vertreter von Sea Shepherd, die um Spenden für ihre Organisation baten. Für das leibliche Wohl wurde bestens gesorgt, da neben den üblichen Getränken, gabes auch allerlei Imbisse, was für so ein langes Festival immer perfekt passt, da man bei neun Stunden Dauer ja doch vielleicht einmal Hunger bekommt. Das Einzige, was man vielleicht bekritteln könnte, war der Mangel an Müllbehältern, sodass man gegen Ende des Festivals einen Slalom zwischen angebissenen Leberkässemmeln und Papptellern vollführen musste. Ansonsten war alles bestens organisiert.

Der Beginn war für 15:00 Uhr angekündigt, und schon eine Weile vorher warteten einige auf den Einlass. Leider waren HARD TO BELIEVE noch nicht mit dem Aufbau fertig, als es losgehen sollte, was durch einen überlangen Soundcheck der Headliner ausgelöst wurde, und die Spielzeit der beiden ersten Bands verkürzte. Aber die Deutschlandsberger Hardcore-Truppe ließ sich davon nicht beirren, und gab von Anfang an Vollgas, auch wenn zu Beginn noch sehr wenige Leute im Saal waren. Aber so nach und nach füllte sich die „Kirche“ und statt andächtig zu lauschen, ging das Publikum ordentlich mit. Sänger Patrick Legenstein zeigte sich als wahres Energiebündel, und ließ zu den harten Core-Rhythmen unter vollem Körpereinsatz kraftvolle Vocals vom Stapel, und vermochte die Leute mehr und mehr zum Mitmachen zu animieren. So entstand trotz der kurzen Spielzeit eine gewisse Partystimmung, und HARD TO BELIEVE konnten mit dem gutem Gewissen die Bühne verlassen, das Beste aus der Sache gemacht zu haben.





Setlist HARD TO BELIEVE:

Daily Grind
Passion Of Dreams
Why I Tried
Just One Word
This Life


Auch NEMESIS MY ENEMY waren ein Opfer der Verspätung, denn trotz schnellen Umbaus konnte nicht das volle Programm geboten werden. Die Grazer konnten zuletzt am Kaltenbach Open Air begeistern, und so war es nicht verwunderlich, dass sich die Halle schon deutlich mehr füllte als bei den Openern. Nach einem kurzen Intro ging es mit sehr hartem, jedoch variantenreichem Death Metal weiter, zu denen Vocalist Max abwechselnd tiefe und schreiende Growls beisteuerte. Damit brachten NEMESIS MY ENEMY Leben in die Bude, was einige Fans zum Mitbangen animierte. Es war nur schade, dass von den ohnehin knapp bemessenen 25 Minuten Spielzeit noch einmal fünf Minuten abgezwackt wurden, aber die Grazer machten das Beste daraus, und bekamen nach dem Gig sehr viel positives Feedback.





Setlist NEMESIS MY ENEMY:

Yes We Can Nothing
Never Falling Down
Betrayer
Why Does It Hurt


SIN EATER konnten bereits bei der Graz-Auflage des Rise Up Festivals begeistern, und so wurde es noch einmal voller, als die Grazer bei einem kurzen Intro auf die Bühne stürmten. Die Truppe knallte den Leuten knüppelharten Deathcore auf die Ohren, zu denen der Vocalist unter allerlei Verrenkungen einen Mix aus tiefen und hohen Screams verlauten ließ. Über den vibrierenden Basissound legten sich hämmernde Drums, und die Gitarren sorgten gelegentlich für melodische Einlagen. Aber genau das animierte viele, kräftig die Mähne kreisen zu lassen, oder mit hochgerissenen Armen und lautem Gebrüll abzufeiern. Damit lohnte sich die Fahrt nach Norden für die Grazer auf jeden Fall.





Setlist SIN EATER:

With Death Clad
Darkened
Imperative Disease
Apostasy
Tartarus


Schon zwei Tage vor dem Festival wurde bekanntgegeben, dass PAIN IS nicht spielen können, da sich deren Gitarrist Tom Steam die Hand verletzt hatte. So sprangen kurz entschlossen UZZIEL ein. Die Oberösterreicher waren letztes Jahr Opener beim Rise Up Festival, und hatten dieses Mal die Gelegenheit, etwas länger zu spielen. Mit druckvollen Metal-Rhythmen und kraftvollen Vocals heizten UZZIEL den Leuten ordentlich ein, und Sänger Mex sorgte mit einigen Ansagen für jede Menge Lacher. Nachdem die Oberösterreicher sehr oft in der Steiermark aufspielen, genießen sie bereits einen hohen Bekanntheitsgrad, der auch an der vollen Hütte deutlich zu erkennen war. Auch an diesem Tag demonstrierten UZZIEL, dass Metal nicht immer nur bierernst sein muss, sondern durchaus Spaß machen kann.





Setlist UZZIEL:

Dark Moments
This Fear
I´m Dying
Dementia
Like A God


Auch die nächste Band stammt aus Oberösterreich, aber bei WE BLAME THE EMPIRE ging es deutlich ernsthafter zur Sache. Nach einem etwas längeren Intro stürmten die Musiker auf die Bühne und zeigten von Anfang an vollen Einsatz. Zu den stampfenden Metalcore-Rhythmen steuerte Sänger Sebastian "Borsti" Penninger schreiende Vocals bei und hüpfte und sauste dabei wie ein Wilder über die Bühne. Diese Energie übertrug sich nach und nach auch auf das Publikum, dadurch herrschte auch im Zuschauerraum Action pur. Viele bangten begeistert mit, andere verlegten sich aufs Hüpfen, Arme hochreißen und mitschreien. Damit entstand auch bei WE BLAME THE EMPIRE Partyflair – nur eben der härteren Sorte, und es konnte an diesem Tag ganz sicher der eine oder andere neue Fan gewonnen werden.





Setlist WE BLAME THE EMPIRE:

Aim The Truth
Still Near
Follow Me Into The Ocean
Asylum
The Day We Left
When The Leaves Turn Red
Waves
Broken Home


Schon länger bekannt war die Absage von TO THE RATS AND WOLVES für das Rise Up Festival, aber mit POLAR fand man einen mehr als würdiger Ersatz. Die Engländer sind in der Core-Szene sicher kein unbeschriebenes Blatt mehr, und auch an diesem Tag zeigten sie vollen Einsatz, nachdem das lange Intro verklungen war. Sänger Adam Woodford fetzte zu den heftigen Rhythmen über die Bühne, und brüllte aggressive Vocals ins Mikro. Als Sondereinlage hüpfte er in den Fotograben und über die Absperrung, wo er im Publikum einen Moshpit anzettelte, der bis zum Ende des Gigs nicht aufhörte. Mit dieser Aktion hatten POLAR alle auf ihrer Seite und einen mehr als bleibenden Eindruck hinterlassen.






ANY GIVEN DAY waren bereits auf der letzten Tour mit CALIBAN unterwegs, und vermutlich entstand dadurch auch die Idee für diesen gemeinsamen Gig, da beide Bands auch sehr nahe beieinander im deutschen Bundesland NRW beheimatet sind. Als Intro wurde „Thunderstruck“ von AC/DC gespielt, aber die Musik von ANY GIVEN DAY war dann doch deutlich härter. Dazu brüllte der kraftstrotzende Sänger Dennis Diehl erbarmungslose Vocals ins Mikro, und peitschte mit markigen Ansagen die Zuschauer ein. Die ließen sich nicht lange bitten, und hüpften, bangten und moshten bis zum Umfallen. Aber auch die Band selbst zeigte vollen Einsatz, und stand damit dem Publikum um nichts nach. Schon als ich die Truppe das letzte Mal beim Gig in Wien erlebte, konnte sie schwer begeistern, und auch an diesem Abend war das nicht anders, was der Band die Entscheidung wiederzukommen sicher erleichtern wird.





Setlist ANY GIVEN DAY:

Intro
Endurance
Beginning
Coward King
Never Say Die
Levels
Ignite The Light
Arise
My Doom
Home
Diamonds


Eine noch weitere Anreise hatte die vorletzte Band des Abends hinter sich gebracht. ADEPT stammen aus Schweden und widmen sich bereits seit 2004 dem Post-Hardcore. Viele große Tourneen wurden seither absolviert und nun stand die Steiermark auf dem Programm, über deren Schönheit sich Sänger Robert Ljung begeistert zeigte. Aber nicht nur viele ausführliche Ansagen hatte der Vocalist parat, sondern er ließ seinen variantenreichen, eher höheren Gesang zu den meist sehr druckvollen, manchmal auch melodischen Tönen erklingen. Alle Musiker wirbelten über die Bühne, bangten und hüpften was das Zeug hielt, und das Publikum ließ sich nicht lange bitten, und sorgte mit einem durchgehenden Moshpit für Action pur. Auch wenn so mancher zu dieser späten Stunde bereits ziemlich groggy von zu viel Bier war, so feierten die meisten begeistert mit.





Nach acht Stunden Festival war es endlich Zeit für den Headliner. Die Reihen waren leider nicht mehr so dicht gedrängt wie bei den Vorgängern, aber die meisten hielten trotzdem durch, um sich von CALIBAN noch einmal die Ohren durchputzen zu lassen. Und man wurde nicht enttäuscht, denn die Deutschen sorgten von Anfang an für Action auf der Bühne. Demnächst erscheint die neue Platte mit dem Titel „Elements“, und daraus durfte auch bereits der eine oder andere Titel zum Besten gegeben werden. Vocalist Andreas Dörner feuerte die Fans mit vollem Einsatz an, und auch hier wurde keine Zeit verloren, um mit der Band Vollgas zu geben. Als eine Wall of Death eingefordert wurde, dauerte es natürlich nicht lange. Als man die Fotografen aus dem Graben komplimentierte, forderte Andreas die Leute zum Crowdsurfen auf, was auch prompt den Securities einen Haufen Arbeit bescherte.





CALIBAN verstanden es bestens, allen die vielleicht schon vorhandene Müdigkeit auszutreiben, und die letzten Reserven zu mobilisieren, sodass auch durch diesen letzte Gig an dem langen Tag als voller Erfolg zu verzeichnen ist.


Weblinks:
www.facebook.com/CalibanOfficial
www.facebook.com/adeptofficial
www.facebook.com/AnyxGivenxDay
www.facebook.com/thispolarnoise
www.facebook.com/weblametheempire
www.facebook.com/PainIs1
www.facebook.com/sineaterofficial
www.facebook.com/N.M.E.Metal
www.facebook.com/hardtobelieveband



FOTOS + E-CARDS
www.riseupfestival.at

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Beitrag vom 14.03.2018
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