SÓLSTAFIR   MYRKUR   ÁRSTIÐIR   NORDIC GIANTS  
08.12.2017 @ Arena

SÓLSTAFIR schafften es in den letzten Jahren mit zwar extravaganten, aber wahnsinnig faszinierenden Klängen, ihre Fan-Schar rapide zu vergrößern. So war es nicht verwunderlich, dass die Konzerthallen für die Gigs der Isländer immer größer wurden, nun wurde in der Big Hall der Arena Wien im Zuge der Tour zu ihrem neuen Album „Berdreyminn“ aufgespielt.

SÓLSTAFIR waren jedoch nicht alleine unterwegs, sondern wurden gleich von drei Bands begleitet, wobei die erste sehr stark vom gewohnten Schema abwich. Eine Leinwand im Hintergrund und ein Videowürfel am vorderen Bühnenrand war das erste, was man beim Eintreten in die Halle erkennen konnte. Ansonsten herrschte weitestgehend Dunkelheit, und erst als sich die Augen daran gewöhnten, konnte man beidseits des Würfels ein gewaltiges Keyboard bzw. Drum-Set erblicken, wo jeweils ein mit Federmaske unkenntlich gemachter Musiker vollen Einsatz zeigte. Das englische Duo, das unter dem Namen NORDIC GIANTS instrumentalen Post-Rock zelebriert, scheint noch nicht sonderlich bekannt, wenn man die zu anfangs noch recht kleine Besucherzahl bedachte. Aber nach und nach wurde es voller, und alle lauschten gebannt den rockigen Rhythmen, die von schrägen, aber auch lustigen Videos begleitet wurden. Es kamen zusätzlich auch unübliche Instrumente zum Einsatz. Keyboarder Loki tutete zwischendurch in die Trompete, und Drummer Rôka entlockte immer wieder einer Gitarre mit einem Bogen ungewohnte Töne. Gesang gab es nur aus der Konserve und war Teil der Videos. Auch wenn vielleicht so mancher zu Beginn nicht so recht wusste, was er mit diesem ungewöhnlichen Gig anfangen sollte, so war am Ende nur noch frenetischer Applaus zu hören, und die meisten hätten wohl gerne noch mehr NORDIC GIANTS erlebt.





Setlist NORDIC GIANTS:

Evolve Or Perish
Illuminate
Dystopia
Taonomy Of Illusions
Little Bird
Mechanical Minds
Together
Dark Clouds Mean War


Was ist naheliegender für eine isländische Band, als weitere Isländer mit auf Tour zu nehmen, um dem Publikum auch andere Facetten des dortigen Musikschaffens zu präsentieren. ÁRSTIÐIR sind Vertreter des Indie Folk Rock und produzierten im Verlauf ihres Bestehens vier Alben, wobei besonders das letzte „Verloren Verleden“ herausstach, das in Zusammenarbeit mit Anneke van Giersbergen entstand.

Oft treten ÁRSTIÐIR auch gemeinsam mit Streichern auf, was den Wiener Fans aber verwehrt wurde, da man nur die abgespeckte Version mit Keyboard und zwei Gitarren am Start hatte, doch an den Drums half gelegentlich SÓLSTAFIR-Trommler Hallgrímur Jón Hallgrímsson aus. Die Musik von ÁRSTIÐIR fiel sehr langsam aus, war hochmelodisch gehalten und strahlte große Ruhe aus. Dazu ließen Gitarrist Gunnar Már Jakobsson und Keyboarder Ragnar Ólafsson ihre angenehmen Stimmen erklingen. Gunnar Már Jakobsson erzählte, dass dies bereits der fünfte Wien-Gig der Truppe sei, aber noch nie wären sie in einer so großen Location gewesen, und das breite Grinsen verriet die große Freude darüber. Auch wenn ÁRSTIÐIR in sehr großem Gegensatz zum Opener standen, so konnten die Jungs doch die mittlerweile sehr zahlreichen Besucher ihn ihren Bann ziehen, und das Bedauern war groß, als man sich viel zu bald, aber herzlich von den Fans verabschiedete.





Setlist ÁRSTIÐIR:

Himinhvel
Things You Said
Mute
Heyr Himna Smiður
Someone Who Cares
Systir
Shades


Auch was die dritte Supportband betrifft, konnte man mit einem außergewöhnlichen Klangerlebnis rechnen. MYRKUR trat bereits zum zweiten Mal in der Arena auf, und konnte bei der Premiere als Support von DEAFEAVEN restlos begeistern. Bandleaderin Amalie Bruun und ihre Jungs hatten mit „Mareridt“ ein neues Album im Gepäck, und der Titeltrack daraus stand gleich am Beginn am Programm. Amalie stand im kurzen schwarzen Kleidchen hinter dem traditionellen hölzernen Mikroständer, und vermochte erneut mit ihrer Stimme und ihrer Ausstrahlung alle zu verzaubern. Ihre Musiker waren schwarz beschmiert und mit Kapuzenjacken ausstaffiert, was rein optisch auch Härteres vermuten ließ. Und es stand wirklich nicht nur Softes auf dem Programm, sondern auch durchaus harter Black Metal, der so manchen zum Mitbangen brachte. Bei einigen dieser Tracks wechselte Amalie vom weichen Klargesang zu intensiven Growls, aber auch das wurde in der mittlerweile fast vollen Halle begeistert aufgenommen.





Als letzten Titel gab es Nordic Folk in Reinkultur. Nur mit einer Handtrommel ausstaffiert stellte sich Amalie vors Mikro und sang auf mitreißende Weise „De Tre Piker“. Danach verließ sie mit einem Knicks die Bühne, und als Fazit bleibt: Nie war Black Metal sexier!


Setlist MYRKUR:

Mareridt
The Serpent
Ulvinde
Onde Børn
Vølvens Spådom
Jeg Er Guden, I Er Tjenerne
Måneblôt
Elleskudt
Skøgen Skulle Dø
Skaði
De Tre Piker


Die Zeit verging wie im Flug und schon kamen SÓLSTAFIR beim wunderschönen Intro „Náttfari“ nacheinander auf die Bühne. Darauf folgte gleich der erste neue Track „Silfur-Refur“, der genauso begeistert aufgenommen wurde wie die älteren Nummern. Da es keinen Fotograben gab, konnte Vocalist Aðalbjörn Tryggvason immer wieder ganz nach vorne an den Bühnenrand kommen und mit den Fans in Kontakt treten. Als klangtechnische Unterstützung hatten sich SÓLSTAFIR den ÁRSTIÐIR-Keyboarder Ragnar Ólafsson gekrallt, sodass dem perfekten Musikerlebnis nichts im Wege stand.





Die Musiker von SÓLSTAFIR präsentierten sich sehr unterschiedlich. Während Aðalbjörn Tryggvason immer mit dem Publikum auf Tuchfühlung war, zeigte Gitarrist Sæþór Maríus Sæþórsson wenig Reaktionen, aber Bassist Svavar Austman zeigte vollen Einsatz, wodurch seine markanten Zöpfe durch die Gegend wirbelten.
Die Fans gingen von Anfang an voll mit und ließen sich nur allzugerne mitreißen. Bei den langsameren Titeln wie „Lágnætti“ wurde andächtig gelauscht, und bei den etwas härteren Tracks waren die meiste Zeit die Arme oben. Viel zu schnell verging diese isländische Fiesta, und als sich SÓLSTAFIR mit „Goddess Of The Ages“ verabschiedeten, war das Bedauern groß. Aber die Isländer wissen womit sie ihren Fans Freude machen, und standen nach dem Gig noch für Autogrammwünsche zur Verfügung.





Setlist SÓLSTAFIR:

Náttfari (Intro)
Silfur-Refur
Ótta
Lágnætti
Ísafold
Köld
Hula
Fjara
Bláfjall
Goddess Of The Ages



Weblinks:
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Beitrag vom 05.01.2018
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