MAMMOTH MAMMOTH  
14.05.2017 @ Stadtwerkstatt

Da ich noch keine Zeit hatte um mir das neue Album anzuhören und ich von dieser Band auch so nicht wirklich viel kenne, ging ich eher jungfräulich auf dieses Konzert am Sonntag dem 14.5. in der Stadtwerkstatt Linz. Die angekündigte Beginnzeit von 21.30 Uhr schreckte nicht nur mich im Vorfeld ab, sondern scheinbar auch andere Gäste. Magere 40 Leute kamen zu diesem Konzert, dass zum Glück nicht auch noch zu dieser Zeit mit einer Vorband aufwartete. Trotzdem begann der Reigen erst um 22 Uhr und eine sichtlich gut erfrischte Band erklomm die Stage.

Nach einem kurzen Intro, bei dem man schon gut hörte, dass der Mischer seinen Job nicht wirklich im Griff hat, kam auch Sänger und Gründer Mikey Tucker, der mich extrem an Kris Kristofferson als Rubber Duck im Film „Convoy“ erinnerte, in Gefolgschaft von drei Flaschen Bier auf die Bühne. Das Publikum, das noch eher verhalten im Saal herumstand, wurde vom Bassisten Pete Bell, nach den ersten beiden Songs, in die erste Reihe und mitten ins Geschehen geholt. Und angesichts des Aussehen und Breitegrades des Herrn, kamen dieser Aufforderung die meisten nach, wollte man doch nicht am Sonntagabend noch mit einer Knackwatschn oder einem blauen Auge überrascht werden. Mikey, der sich bei einem der letzte Auftritte einige Rippen gebrochen bzw. angeknackst hat, erledigte seine Körperpflege gleich zu Beginn des dritten Songs mit einer ausgiebigen Bierdusche, den Rest der ersten Flasche und der Inhalt der zweiten spuckte man ins Publikum, was mich veranlasste, das restlichen Treiben wieder weiter von hinten zu begutachten.





Es setzte sich daraus zusammen, dass sich der Sänger bei fast jeder Nummer entweder mit dem Mikrokabel strangulieren wollte, sich selbst ausknockt oder sich mit fiktiven Pistolen die Rübe wegbläst. Auch die Fannähe wurde zelebriert mit Gesangseinlagen quer durch den Saal und im Zuge dieser Wanderungen wurden fast alle Gäste (so viele waren es ja dann auch nicht) bis hin zur Bardame mit Umarmungen und Schmuseeinheiten bedacht und kamen so in den Genuss der Erfahrung wie ein Mammut unter den Achseln müffelt. Nach weiteren ausgiebigen Bierduschen für die erste Reihe und der restlichen Band war dann nach knapp 60 Minuten erstmals Schluss. Nach einem kräftigen Schluck aus der Whiskeyflasche, gab es dann noch zwei Zugaben, aber nach 70 Minuten war dann endgültig der Ofen aus. Ach ja, Musik gab es ja auch noch, die dieser australischen Freakshow die passende Untermalung bereitete. Die Musik von MAMMOTH MAMMOTH ist sehr angelehnt an die ersten Jahre von AC/DC mit einem Schuss MOTÖRHEAD. Stimmlich kam Tucker, speziell nach dem Whiskey, immer näher an Lemmys Organ. Und ich muss ihm ein großes Kompliment aussprechen, mit gebrochenen Rippen so zu agieren und auch noch so zu shouten ist wirklich eine Leistung. Der Rest der Band machte natürlich auch seinen Job gut, leider war der Mann am Mischpult aber nicht fähig einen ordentlichen Sound zu fabrizieren und darum ging das Meiste unter großem Bassgewummer leider unter. Auch die Versuche des Sängers seine Mikro lauter haben zu wollen, endeten damit, dass der Pfosten an den Reglern die ganze Band einfach lauter drehte!





Setlist:

Intro
Hell’s Likely
Spellbound
Lookin’ Down the Barrel
Fuel Injected
Sleepwalker
Sick (of Being Sick)
Shortfuse Lifestyle
Weapon of Mass Self Destruction
Kickin’ My Dog
Sittin’ Pretty
Mount the Mountain
Kick Out the Jams (MC5 cover)
Another Drink
Go

Mit besseren Sound und an einem Freitag oder Samstag, an dem sich auch die Gäste auf das Level der Band begeben hätte können, wäre es vielleicht etwas lustiger geworden. Trotzdem war es zumindest sehenswert!


www.mammothmammoth.com

MadMax
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Beitrag vom 16.05.2017
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