FULL METAL MOUNTAIN: APOCALYPTICA   SALTATIO MORTIS   PYOGENESIS  
01.04.2017 @ Nassfeld, Kärnten

Den Wacken-Veranstaltern ist wohl das berühmte W:O:A nicht mehr genug. Mittlerweile gibt es auch Metal-Kreuzfahrten, und zum zweiten Mal wurden die Wintersport-Begeisterten nach Kärnten auf das Nassfeld geholt, um dort heiße Musik und kalten Schnee genießen zu können. Allerdings war Schnee bei meinem kurzen Besuch, der sich auf den letzten Festivaltag, das große Finale sozusagen, beschränkte, dieses Jahr bereits echte Mangelware, aber dennoch schafften es die Liftbetreiber, den Leuten noch die passende Unterlage für das kalte Vergnügen zu bieten.

Drei Bühnen wurden aufgestellt, wobei sich die erste an der Bergstation, die zweite an der Mittelstation und die dritte in einem großen Zelt im Tal untergebracht waren. Die Wintersportler konnten also ihr Musikbedürfnis an allen Ecken und Enden stillen.

Bei meiner Ankunft an der Talstation spielte auf der Hotelterrasse erst einmal eine Trachtenmusikkapelle auf, was bei den Leuten bereits ordentlich für Stimmung sorgte. In diesem Gebäude fand man auch die Bändchenausgabe und den Infopoint. Nachdem die letzten Volksmusikklänge verstummten, gab es auf der Terrasse eine Autogrammstunde mit SALTATIO MORTIS, die natürlich von den Fans freudig in Anspruch genommen wurde.

Beim Eintreten im Full Metal Tent, in dem an diesem Abend drei Bands auf dem Programm standen, wurde man von ans Zeltdach projizierten Knochenhänden in Devils-Horn begrüßt; damit war schon klar, dass hier abends ordentliche Musik angesagt war.

Den Beginn machte die deutsche Band PYOGENESIS, und das Quartett aus Hamburg konnte sich bereits über zahlreiche Besucher freuen. Die Jungs veröffentlichten aktuell ein neues Album mit dem Titel „A Kingdom To Disappear“, aus dem bereits einiges zum Besten gegeben wurde. Zu den einmal schnelleren, dann wieder langsameren rockigen Klängen gab es einen Mix aus Growls und cleanen Vocals. Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt mehr als, und Vocalist Flo Schwarz ließ sich immer wieder zu launigen Ansagen hinreißen, die das Feeling nochmal verstärkten. Beim letzten Track sprang er gar in den Fotograben und animierte das Publikum zum Mitsingen, und zum Finale wurden noch Konfetti-Kanonen abgefeuert, was die Feierlaune unter den Fans zusätzlich steigerte, und viel Beifall einbrachte.





Nach einer kurzen Umbauzeit standen im Zelt mittelalterliche Klänge am Programm. SALTATIO MORTIS sind ja mittlerweile auch in Österreich sehr beliebt, und so war das volle Zelt auch keine Überraschung. Aber es waren ja auch sehr viele Ski-begeisterte Metalfans aus Deutschland und vielen anderen Ländern nach Kärnten gekommen. Man hatte von Anfang an den Eindruck, dass den acht Spielleuten dieser Gig richtig Spaß machte, und das übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. Sänger Alea der Bescheidene wirbelte über die Bühne und ließ immer wieder lustige Ansagen verlauten, bei denen er oft von Drummer Lasterbalk der Lästerliche unterstützt wurde. SALTATIO MORTIS ließen ein Hit-Feuerwerk auf die Fans niederprasseln, das ordentlich abgefeiert wurde. Natürlich fehlte auch die Stagediving-Tour von Alea nicht, und als der Abschlusstitel „Eulenspiegel“ verklang, hätten viele gerne noch mehr von den Jungs gehört. Doch diese müssen sich leider auf den nächsten Besuch der Band freuen, hier war erstmal Schluss.





Den Schlusspunkt von fünf Tagen Full Metal Mountain bildete der Gig der Finnischen Cello-Metaller APOCALYPTICA, die dieses Jahr ganz unter das Jubiläumsmotto 20 Years of "Plays Metallica by Four Cellos" stellen, und bei der aktuellen Tour ausschließlich METALLICA-Cover abfeueren. Nach dem Gig im ausverkauften Konzerthaus in Wien, ergab sich nun für Fans am Nassfeld erneut die Gelegenheit. Das Zelt war von Anfang an sehr gut gefüllt, und die ersten Titel wurden ausschließlich mit den Cellos präsentiert. Dabei fiel gleich einmal das Gipsbein von Paavo Lötjönen ins Auge, das von Perttu Kivilaakso mit einem Unfall beim Skispringen erklärt wurde, was wohl nicht so ganz ernst zu nehmen war. Bei dieser Tour ist auch Gründungsmitglied Antero Manninen mit von der Partie, der die Truppe vor einigen Jahren verließ. Sänger hatten die Finnen dieses Mal keinen dabei, aber die Ursprünge der Band waren ja bekanntlich sowieso rein instrumental.





Die ersten Tracks wurden rein mit Cellos gespielt, doch dann nahm auch Mikko Sirén hinter seinem außergewöhnlich gestalteten Drumset Platz, und stieg mit ins Geschehen ein. Während Antero, und auch notgedrungen Paavo auf ihren Hockern sitzenblieben, sorgten Eicca Toppinen und Perttu Kivilaakso für Action, indem sie beim Spielen immer wieder die Mähnen kreisen ließen. Damit wurde den Fans ordentlich eingeheizt, was zur genialen Stimmung beitrug. APOCALYPTICA waren ein toller Festivalabschluss und beim Hinausgehen konnte man nur in zufriedene Gesichter sehen.





Zum Schluss kam noch einmal einer vom Veranstalterteam auf die Bühne und bedankte sich bei den Leuten für den tollen Support. Er kündigte auch gleich das Datum für das nächste Full Metal Mountain an – es wird am Ostermontag, dem 02.04.2018 starten, und die erste bestätigte Band dafür ist KREATOR. Die Frage ist halt wieder, ob dann noch ausreichend Schnee für die Wintersportler vorhanden ist, aber die Kärntner werden das schon hinkriegen.


Weblinks:
www.apocalyptica.com
www.saltatio-mortis.com
www.pyogenesis.com



FOTOS + E-CARDS
www.full-metal-mountain.com/de

Metalmama
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Beitrag vom 01.05.2017
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