DEFTONES   SKYHARBOR  
18.04.2017 @ Gasometer

Die Band aus Kalifornien begleitet mich schon seit Mitte der 90er, ich hatte aber noch nie die Gelegenheit Chino Moreno und Co. Live zu erleben. Als die Band nun Wien, als erste Station der Gore Tour 2017 ankündigt war der Entschluss schnell gefasst, dieses Versäumnis nachzuholen. Dies schienen sich doch so einige gedacht zu haben, denn der Gasometer war überraschenderweise extrem gut gefüllt. Hatte man ja im Vorfeld vernommen, die Tour würde sich eher schleppend verkaufen und einige Konzerte seien sogar in kleinere Venues verschoben worden. Davon war in Wien aber nichts zu merken, schon während der unsäglichen wie musikalisch irrelevanten Vorband SKYHARBOR war schon so einiges los und der Gasometer schrammte wohl knapp am „Ausverkauft“ vorbei.





Pünktlich um 21:15 betraten dann Chino Moreno, Stephen Carpenter, Sergio Vega (Ehemals QUICKSAND und dem inzwischen verstorbenen Chi Cheng nachfolgend), Abe Cunningham und Frank Delgado die Bühne und legten gleich gewaltig mit „Korea“ los. Der Sound kam anfangs noch ein wenig matschig aus den Boxen, im Lauf der ersten Nummern fand der Techniker aber die richtigen Knöpfe und die DEFTONES konnten ihre Wucht auch live ausspielen. Schon als zweite Nummer gab es für das euphorische Publikum in Wien den modernen Klassiker „Back To School“ und auch den ersten Gänsehautmoment des Abends. Wie eine Zeitreise zurück ins Jahr 2001 und die Band zeigte sich in wohl besserer Spiellaune als damals. Chino Moreno wirkt stimmlich fit wie seit Jahren nicht mehr, und auch die DEFTONES typischen Kreischparts, die die Band schon neben den komplexen Arrangements der Songs doch deutlich von den übrigen Nu-Metalbands abhob, klangen fies und kraftvoll wie eh und je.

Im Zuge des nachfolgenden Blocks mit Songs wie „Diamond Eyes“, „You’ve Seen The Butcher“, „Tempest“ oder „Kimdracula“zeigte sich, wie umfangreich und vielseitig der Backkatalog der seit 1988 bestehenden Band ist, bevor es dann mit „Minus Blindfold“ einen der ganz alten Songs vom „Adrenaline“ gab, den die Band seit Ewigkeiten nicht mehr im Live-Portfolio hatte, aber quasi den Übergang zum absoluten Highlight des Abends darstellte; das Doppel aus „Digital Bath“ und „Change (In The House Of Flies)“ stellte in Sachen Wucht, Dramatik und Spielwitz alles davor und danach in den Schatten. DEFTONES at it’s best und ein Großteil der Mitdreißiger fühlte sich wohl wieder wie 16, als damals „White Pony“ für Furore sorgte. Gänsehaut pur! Verlängert wurde diese durch die darauffolgenden Gassenhauer „Be Quiet And Drive (Far Away)“ sowie dem umumgänglichen „My Own Summer (Shove it)“, welches 2017 schon 20 Jahre am Buckel hat.





Natürlich durfte an so einem Abend ein Zugabenblock nicht fehlen, bei diesem wurden die DEFTONES ihrem Ruf eine sperrige Band zu sein, dankenswerterweise gerecht. So gaben sie zum Abschied die komplexen „Prayers/Triangle“ vom aktuellen „Gore“ und „Rocket Skates“ vom „Diamond Eyes“ zum Besten und entließen damit die sichtlich zufriedene Crowd in die kalte und regnerische Wiener Nacht.

Setlist:

Korea
Back to School (Mini Maggit)
Street Carp
Diamond Eyes
You’ve Seen the Butcher
Tempest
Swerve City
Kimdracula
Gore
(L)MIRL
Acid Hologram
Doomed User
Rosemary
Minus Blindfold
Teething
Digital Bath
Change (In the House of Flies)
Be Quiet and Drive (Far Away)
My Own Summer (Shove It)
Headup
-
Prayers/Triangles
Rocket Skates


Die DEFTONES haben an diesem Abend alle Erwartungen mehr als übertreffen und unterstrichen, warum sie nach wie vor so einen hohen Stellenwert besitzt. Großes Kino!



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tsunemoto
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Beitrag vom 26.04.2017
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