NATHAN GRAY COLLECTIVE   THE DEVIL’S TRADE  
17.04.2017 @ Arena

Zum zweiten Mal nun beehrt Nathan Gray, vielerorts bekannt als Sänger der Hardcore-Veteranen BOYSETSFIRE, gemeinsam mit seinem Bandkollegen Daniel Smith mit deren Projekt NATHAN GRAY COLLECTIVE nun schon die Arena Wien, umso mehr verwundert der doch maue Zulauf an diesem Montagabend in der kleinen Halle. Und Regen sowie Ostermontag lassen wir hier nicht als Ausrede gelten. Gleich vorweg, all die Daheimgebliebenen mögen sich grün und blau ärgern, denn hier haben sie gehörig etwas versäumt.

Den Anfang machte die Wiener Truppe PHAL:ANGST, über die ich hier nicht viel zu sagen vermag, da ich mit dieser Art der Musik weniger anfangen kann. Da die Band allerdings schon am dritten Album arbeitet, haben sie mit Sicherheit ihre Hörerschaft. Als nächster durfte dann der ungarische Singer/Songwriter THE DEVIL’S TRADE ran und machte mit seinem Doomfolk eine mehr als gute Figur. Die düsteren Songs wurden durch die prägnante wie leidenschaftliche Stimme von David aus Budapest getragen und sorgten für etliche Gänsehautmomente, speziell beim Wechsel von der Gitarre ans Banjo. Hier wurde man immer wieder angenehm an den großartigen WILLIAM ELLIOT WHITMORE erinnert. Ein gelungener wie kurzweiliger Auftritt eines sympathischen Sängers, den man unbedingt entdecken sollte wenn man mit alternativen Folk und Country etwas anfangen können. Und für das Merchshirt mit dem „Happy Music Is Shit“ Schriftzug gibt’s auch noch mal Pluspunkte obendrauf.

Kurz darauf enterten dann Nathan Gray, Daniel Smith und der seit dieser Tour an Board geholte Schlagzeuger Jake Blochinger die Bühne, die mit Blumen, einem kleinen Altar mit Totenköpfen und Kerzen geschmückt war. Schon nach wenigen Takten von „Heathen Blood“ war klar, das die Liveumsetzung der Songs vom aktuellen Album „Until The Darkness Takes Us“ hervorragend funktioniert, das Schlagzeug treibt die Songs nach vorne, der Sound war klar wie massiv. Die Versatzstücke mit denen die Songs des NATHAN GRAY COLLECTIVE aufgebaut sind sorgen live für eine enorme Dynamik, die durch die großartige wie variantenreiche Stimme von Nathan noch verstärkt wird. Man kann ja zu ihm und seinen Bandprojekten stehen wie man will, dass er aber über eine der besten Gesangsstimmen im (Post-)Hardcore verfügt, steht außer Diskussion. Dass er aus dem Hardcore kommt konnte Nathan dann bei den schnellen Songs wie „At War“ oder „Anthemic Heart“ nicht verleugnen, dann ging der HC-Fronter mit ihm durch, abgestützt auf den Monitorboxen brüllte er seine Anliegen dem Publikum entgegen, und man konnte eindeutig sehen wie viel Spaß es ihm und seinen Kollegen machte, das neue Material vorzustellen.





Auch die Songs die dem (Dark-)Wave entspringen, wie das von Synthesizern getragene „Skin“, rockten live ordentlich und fügten sich stimmig ins überraschend melodische Set ein. Mehrmals betonte er zwischen den Songs wie dankbar er ist die Möglichkeit zu haben hier spielen zu dürfen und wie sehr er das Erscheinen zu schätzen weiß. Dass die kleine Halle nur mau gefüllt war und die Resonanz der Anwesenden mit verhalten noch diplomatisch umschrieben ist, tat der Stimmung der Band keinen Abbruch.

Das reguläre Set fand sein Ende mit dem ebenfalls aktuellen „Remains“, bevor die drei zu einem Zugabenblock wieder auf die Bühne zurückkehrten und das noch fehlende „Wolves“ spielten, bevor der erste Song „Corson“, den Nathan und Dan je gemeinsam geschrieben haben, dann den endgültigen Schlusspunkt für ein grandioses Konzert setzte.





Setlist:

Heathen Blood
Memento Mori
Anthemic Hearts
Lusus Naturae
Skin
Set Up
At War
Babtismal Rites
Desire
Dark Fire
Remains
-
Wolves
Jettison
Corson

Nathan Gray wandelt mit dem NGC auf gänzlich neuen musikalischen Pfaden, weiß aber auch hier wieder auf kompletter Linie zu überzeugen.

www.nathangraycollective.com

tsunemoto
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Beitrag vom 24.04.2017
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