ULVER   ZWEIZZ  
03.04.2011 @ Szene

Anlässlich der Tour zu ihrem neuen Album „Wars Of The Roses“ machten die norwegischen Soundtüftler ULVER auch in der Szene Wien Station. Mit im Gepäck hatten sie ihren Landsmann ZWEIZZ, der unter anderem von FLEURETY beziehungsweise als zeitweiliger Keyboarder von DHG (ehemals DODHEIMSGARD) bekannt sein dürfte.

Um Punkt 21:00 erschien selbiger Herr ZWEIZZ nun auf der Bühne. Wer sein letztes Album kennte wusste, dass nun eher schwer verdaulicher Sound zu erwarten sein würde, wobei ZWEIZZ diese Erwartungen noch übertroff. Ich würde seinen Auftritt wohl eher als Performancekunst den als Musikkonzert bezeichnen. Interessant zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass sich auf der Bühne ein Klo mit einer Kamera und einem Mikro darin befand. Da schrie ZWEIZZ regelmäßig etwas hinein, wobei sein Gesicht auf die Leinwand projiziert wurde. Als Abschluss ließ er dann die Hose runter und setzte sich auf selbiges Klo.



Danach betraten dann ULVER, live zu sechst, die Bühne. Es wurden sämtliche Songs vom neuen Album gespielt, das es beim Merchandise-Stand als Vinylversion bereits zu erwerben gab. Lichteffekte und Sound waren sehr gut, Schlagzeug und teilweise auch der Bass wurden live gespielt, ansonsten fand sehr viel Elektronik Eingang in die Klangkompositionen der Norweger (Keyboards, Synthesizer, DJ-Pult). So sah man Garm auch bei einigen Stücken demonstrativ mit einem I-Pad herumhantieren, welchen musikalischen Effekt das nun genau hatte, erschloss sich dem Betrachter daraus allerdings nicht. Die neuen Stücke wie „February MMX“, „September IV“ oder „England“ funktionieren auch live ausgezeichnet, lediglich der lange Ambient-Track „Stone Angels“ mit Daniel O'Sullivans Rezitation eines Textes des amerikanischen Dichters Keith Waldrop ist wohl eher für die heimische Anlage als für ein Livekonzert geeignet. Das Publikum, hauptsächlich aus Metal-Fans bestehend, schien sehr zufrieden zu sein und forderte natürlich eine Zugabe, nachdem die Norweger die Bühne verlassen hatten. Diese wurde dann in Form von „Hallways Of Always“ vom Album „Perdition City“ aus dem Jahr 2000 auch geboten.



ZWEIZZ ist zwar ein sehr lustiger und sympathischer Bursche, aber seine Liveperformance ist wohl mehr als strange. Electronoise Clown- triffts wohl recht gut. Dafür konnten ULVER mit ihrem Auftritt voll und ganz überzeugen. Die Norweger sind einfach eine Band, die man live gesehen haben muss, insofern es ja nicht so sicher ist, dass es weitere Touren geben wird, wie Frontman Garm im Interview verlauten ließ.
www.myspace.com/ulver1

Mike
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Beitrag vom 22.04.2011
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