Interview mit HOLY MOSES


Ich konnte es kaum glauben, als die Meldung kolportiert wurde, HOLY MOSES, eine der besten und einflußreichsten Thrash - Bands der 80er, hätten sich wieder zusammengerauft, um die Metalszene kräftig aufzumischen. Da nun aber wirklich eine EP mit neuen Songs der Truppe erscheint, gab es keine Zweifel mehr. HOLY MOSES sind definitiv zurück. Somit mußte ich natürlich sofort die Gelegenheit ergreifen, ein Interview mit einem Bandmitglied zu führen. Meine Freude steigerte sich natürlich umso mehr, als ausgerechnet die Ausnahmefrontfrau Sabina Classen bei mir anrief. Da diese sich sogleich als ausgesprochen sympathisch und redselig herausstellte, ergab sich ein ausgedehntes und hochinteressantes Gespräch, welches ich Euch nun auch nicht mehr länger vorenthalten will.

Jürgen: Sabina, es ist kaum zu fassen, aber ihr habt Euch nach einer Pause von beinahe 9 Jahren reformiert. Wie seid ihr zu diesem Entschluß gelangt?


Sabina: Im Herzen war ich eigentlich immer Sängerin von HOLY MOSES, selbst als die Band nicht existierte, war sie immer ein Teil meiner Persönlichkeit. Ich wollte aber auf keinen Fall eine Reunion, wie es uns die Musikindustrie schon mehrere Male vorgeschlagen hatte. Wir hätten zahlreiche Angebote gehabt, für Reunion-Gigs auf diversen Festivals zu spielen. Ein solcher Kurzauftritt, nur um schnell abzusahnen, ist aber bestimmt nichts für uns. Eines war von vornherein klar: Sollten HOLY MOSES jemals wieder zurückkehren, dann in Form eines richtigen Comebacks. Wir wollen unsere Fans ja nicht für
dumm verkaufen.



Jürgen: Wie lange geistert die Idee dieses Comebacks denn schon in Euren Köpfen herum?


Sabina: Wie gesagt, HOLY MOSES waren für mich nie richtig gestorben. 1999 bin ich aber an Krebs erkrankt, kurz darauf hatte ich einen schweren Motorradunfall. Nachdem ich wieder völlig genesen war, hatte ich mehr Energie denn je. So traf ich mich mit Andi (Classen, Gitarrist, d. Verf.) in dessen Studio, um an neuen Songs zu arbeiten. Die Ideen sprudelten nur so aus uns heraus und so schrieben wir ohne viel zu überlegen einfach neue Nummern. Auf diesem Weg kam die EP „Master Of Disaster“ zustande. Zusätzlich haben wir auch bereits zwei weitere Songs fertig.


Jürgen: Leider befindet sich die Promo zu „Master Of Disaster“ noch auf dem Postweg, weswegen ich noch nichts über deren musikalischen Inhalt weiß. Ich konnte aber bereits einer Nummer im Radio lauschen und diese hatte es wirklich in sich. Was mir dabei aufgefallen ist, war die enorme Aggression, die dem Song fast schon einen Black Metal Touch verlieh. Wie würdest du „Master Of Disaster“ beschreiben?


Sabina: Wir haben überhaupt nicht überlegt, wie unsere neuen Songs eventuell klingen sollten. Dieser Stil ist einfach in uns verwurzelt. Es weiß jeder, der unsere Sachen kennt, bestimmt bereits beim ersten Anhören, daß es sich nur um HOLY MOSES handeln kann. Die Aggression war schon immer vorhanden, was natürlich durch meine Stimme unterstützt wird, die aber immer aus dem Bauch heraus kommt. Eine Einteilung in gewisse Genres mag ich eigentlich überhaupt nicht, da man dadurch sofort in eine Schublade gesteckt wird. HOLY MOSES stehen einfach immer für HOLY MOSES, daran wird sich nichts ändern. Die Kategorisierungen der einzelnen Stile sind außerdem sehr stark von der Vermarktung durch die Musikindustrie gesteuert. Und vom Business wollen wir uns diesbezüglich auf keinen Fall beeinflussen lassen.


Jürgen: Apropos Business: Wie seht ihr den Vertrieb von Musik übers Internet, sei es jetzt von der Band gewollt oder auf illegalem Wege?


Sabina: Einerseits hat sich durch das Internet eine unglaubliche Möglichkeit für Newcomer aufgetan, ihre Songs einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, andererseits aber kann es bei bekannteren Bands natürlich dazu kommen, daß sie ihrer Produkte beraubt werden. Das trifft meiner Meinung nach aber hauptsächlich die großen Pop-Acts. Der Metalfan ist einfach aus einem anderen Holz geschnitzt. Der möchte nach wie vor die ganze CD, mit Cover, Originalbooklet und allem, was dazugehört. Jemand, der sich nur einzelne Songs via Napster herunterlädt, hätte sich die CD wahrscheinlich sowieso nie gekauft. Viel eher kann es sogar der Fall sein, daß der eine oder andere so auf Bands stößt, die ihm wirklich gut gefallen und sich in der Folge das Album kauft. Einfach so, als würde er in einem Plattenladen ein paar Alben probehören. Diejenigen, die das Brennen von CDs wirklich exzessiv betreiben, verhalten sich den Künstlern, die dahinter stehen, aber nicht fair. Das ist dann wirklich als Diebstahl zu bezeichnen. Denn man investiert als Band ja Unmengen an Zeit und Geld in seine Werke und jeder, der sich komplette Alben einfach aus dem Netz holt und brennt, würdigt dies eigentlich nicht. Aber wie schon gesagt, der Metalfan ist einfach Fan mit Leib und Seele und will auch wirklich das Originalwerk seiner jeweiligen Helden.


Jürgen: Da hast du auf jeden Fall recht. Immerhin zählt ja das Gesamtkunstwerk.


Sabina: Ich freue mich noch immer über jede neu erstandene Scheibe. Früher bin ich oft nur dagesessen und habe eine Platte von allen
Seiten betrachtet.

Jürgen: Diese Frage hast du eingangs zwar schon so gut wie beantwortet, aber trotzdem noch mal: Durch die große Anzahl an Reunions werdet ihr sicher von vielen Seiten den Vorwurf des kommerziellen Kalküls zu hören bekommen. Was kannst du dem entgegnen?


Sabina: Kommerziellen Hintergrund gibt es bestimmt keinen, das kann ich dir versichern. Wir wollten einfach wieder das tun, was uns riesengroßen Spaß macht. Man sollte als Musiker überzeugt davon sein, was man veröffentlicht. Und das sind wir hundertprozentig. Wer unsere Platten nicht mag, der braucht sie nicht zu kaufen. All jene, die uns vorwerfen, wir würden das alles nur durchziehen, um auf die Schnelle Geld zu machen, können uns ganz einfach am A**** lecken!


Jürgen: Das klingt auf jeden Fall überzeugend. Nun aber zum neuen Material. Kannst du bitte kurz die Entstehung der Songs auf „Master Of Disaster“ beschreiben?


Sabina: Das ging bei allen Songs superschnell. Ich hatte haufenweise Text- und Songideen. Als wir bei Andi zusammensaßen, spielte er Riffs, die unverkennbar HOLY MOSES waren, er hat das Feeling eigentlich immer noch in sich drinnen. Wir verstehen uns nach der langen Zeit einfach blind. Jeder kann die Idee des anderen sofort richtig umsetzen. Als wir so herumjamten, kam dann noch unser Drummer dazu, setzte sich ans Kit und stieg mit ein. Es war einfach ein tolles Gefühl und ein Mordsspaß, als uns die Sache so leicht und selbstverständlich von der Hand ging. Durch meine lange Pause und meine Erfahrungen bedingt, hatten sich in meinem Kopf einfach unheimlich viele Ideen angesammelt. Außerdem konnte ich hier wieder vieles einbauen, daß ich bei TEMPLE OF THE ABSURD nicht hätte verwenden können. Aber es ist alles einfach aus dem Bauch heraus entstanden. Bei unseren neuen Mitgliedern haben wir das Glück, daß sie einfach selbst die größten HOLY MOSES Fans sind. Deswegen hatten sie genau das richtige Gefühl, wie die Sache klingen muß. Die Magie war sofort da. Die Aggression ist absolut pur und natürlich.


Jürgen: Worüber hast du diesmal in den Texten geschrieben?


Sabina: Eigentlich über mein Leben. Sie sind so etwas wie mein Tagebuch. Meine Krankheit und das ich sie überwunden habe. Ich brülle einfach alles heraus, was mir am Herzen liegt. Die Aggressivität, welche durch verschiedene Vorfälle entstanden ist, habe ich direkt in die Musik gepackt. Ich bin ein sehr gutmütiger Mensch und wurde aufgrund dessen oft in meinem Leben ausgenutzt. Während ich krank war und dem Tod ins Auge blickte, wurde mir einiges bewußt. Es ist einfach unglaublich, wie gemein manche Menschen sein können. Solche Dinge sind gemeint, wenn wir Begriffe wie „Hell“ und „Satan“ verwenden. Kein Satan kann so grausam sein wie manche reell existierenden Personen. Genau dafür stehen Textzeilen wie „ You try to be a demon god -- I rise, I rise“! Wenn mir jemand etwas böses tut, so wird er früher oder später auf jeden Fall die gerechte Strafe erfahren, ganz ohne mein Zutun. Je mehr mich jemand verletzen möchte, desto stärker werde ich. Das habe ich aus meinen Rückschlägen gelernt. Es klingt jetzt vielleicht verrückt, aber ich bin in einer gewissen Weise sogar dankbar für das, was ich durchmachen mußte, denn sonst wären mir diese Erfahrungen verwehrt geblieben. Ich habe gelernt stark und zuversichtlich zu sein.


Jürgen: Es ist wirklich unglaublich, wen man dir so zuhört. Da kann man wirklich nur den Hut ziehen.


Sabina: Das ist sehr nett, danke.


Jürgen: Wann wird „Master Of Disaster“ eigentlich in den Läden stehen?


Sabina: Veröffentlichunstermin ist der 18.06.2001. In England wird das Album am 02.07. erscheinen und der Zeitpunkt für die USA steht noch nicht genau fest.


Jürgen: Dann dauert es ja nicht mehr allzu lange. Ich nehme an, ihr freut euch schon darauf, die Songs endlich live vorzustellen?


Sabina: Du kannst gar nicht glauben, wie. Wir wollten ja keinesfalls zu den Festivals kommen, ohne neue Nummern im Gepäck zu haben. Unser allererstes Konzert wird übrigens das Mind Over Matter bei euch in Österreich sein. Das freut mich ganz besonders. Aber wir sind natürlich auch total
nervös deswegen.



Jürgen: Das ist für mich und alle anderen HOLY MOSES Fans in Österreich natürlich auch ganz toll, daß euer erster Gig ausgerechnet bei uns stattfindet. Aber ich glaube, euch wird bestimmt ein würdiger Empfang bereitet werden. Für eure Liveperformance wart ihr ja immer bekannt. Ihr seid 1989 sogar auf dem DYNAMO aufgetreten, was damals wirklich als das Allergrößte galt. Wie waren eure Eindrücke bei diesem Ereignis?


Sabina: Es war der totale Wahnsinn, vor so vielen Leuten zu spielen. Das kann man eigentlich nicht beschreiben. Das unglaubliche Gefühl, als ich dort auf der Bühne stand, werde ich einfach nie vergessen. Im Oktober 1981 war ich übrigens auch bei der Eröffnung des DYNAMO – Clubs in Eindhoven dabei. Ich komme ja aus Aachen, von wo aus es nicht weit dorthin ist, weswegen ich mich besonders wohlfühlte. 1993 hatte ich dann noch mal die Ehre, mit TEMPLE OF THE ABSURD dort aufzutreten.


Jürgen: Da du wieder TEMPLE OF THE ABSURD ansprichst. Hast du sie jetzt völlig auf Eis gelegt?


Sabina: Zur Zeit liegen TEMPLE OF THE ABSURD auf Eis. HOLY MOSES haben momentan absolute Priorität. Das heißt aber nicht, daß sie gestorben sind. Sollte genügend Zeit sein, werden wir auf jeden Fall an neuem Material arbeiten. Wir steuern aber einen Song zu einem Motörhead – Tribute bei. Übrigens, ich habe mittlerweile ein eigenes Studio. Sollte es also irgendwelche Bands geben, die auf der Suche nach einem Aufnahmeort sind, biete ich gerne meine Unterstützung an.


Jürgen: Um wieder zu euren Liveauftritten zurückzukommen. Ihr seid ja 1989 sogar durch die damalige DDR getourt. Welches Erlebnis war das?


Sabina: Sehr beeindruckend. Wir haben dabei ja eigentlich auch den Fall der Mauer mitbekommen, was natürlich ein ganz großer Moment war. Unsere Aufenthaltsgenehmigung galt aber immer nur für einen Tag, weswegen wir jeden Tag wieder ausreisen mußten. Das muß man sich mal vorstellen. Wir wurden aber gut bezahlt, in Ostmark natürlich. Einmal hatten wir eine LKW – Panne. Ein Reifen war geplatzt. Um einen neuen zu beschaffen, sagte man uns, wäre mit einer Wartezeit von 2 Wochen zu rechnen. Als wir aber 20 westliche DM zückten, war der Reifen plötzlich kein Problem mehr. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir einen Ersatz. Bei unserem Auftritt in Ostberlin war es abends zu spät zur Ausreise geworden, weswegen wir über Nacht bleiben mußten. In unserem Quartier tauchten plötzlich zwei uniformierte Herrschaften auf. Bei ihnen handelte es sich um Abgesandte des Komitees zur Einhaltung von Sicherheit und Ordnung (!), die kontrollieren wollten, ob wir uns in der Unterkunft auch angemessen aufführen! Da kam unser Drummer, der in der Zwischenzeit in einem Glas die Kakerlaken eingefangen hatte, und sagte: “Wir sorgen selber für die Einhaltung der Ordnung“. Daraufhin wandten sich die beiden ab, mit dem Kommentar: „Die führen sich ja auf wie Wessies“, was bei uns natürlich für große Heiterkeit sorgte.


Jürgen: Echt kraß. Ihr wart ja sogar mal in einer Folge von „Ein Fall für Zwei“ zu sehen. Wie kam es denn dazu?


Sabina: Die waren eigentlich auf der Suche nach einer Punk – Band, sind aber irgendwie auf uns gestoßen, obwohl wir mit Punk nicht wirklich viel zu tun haben. In der Folge mußte Matula einen Mord in Kreisen von Fans harter Musik aufklären. Das coolste dabei war, daß er dabei einen Anruf erhielt, in dem man ihm den Tip gab: „Geh zu HOLY MOSES!“ Der Ausspruch ist natürlich Kult. Wir brachten es sogar zu einer 20-sekündigen Einspielung!


Jürgen: Trotz eurer großen Erfolge kam es aber zum Split. Wieso eigentlich genau?


Sabina: Da haben viele Faktoren mitgespielt. Wir hatten einerseits Krach mit dem Business, da man versuchte, uns zu formen. Dann gab es da noch das Problem, daß ich, durch meine Moderation bei MOSH (Kult-Sendung auf RTL, d. Verf.) bedingt, am bekanntesten war. Die anderen verkrafteten diese Situation nicht richtig. Dazu kamen immer wieder kleine Reibereien. Wir konnten zu dieser Zeit nicht richtig miteinander über Schwierigkeiten reden. Mittlerweile sind wir erfahren genug, daß wir alles offen diskutieren können. Deswegen werden uns solche Fehler sicher nicht mehr passieren.


Jürgen: Das wäre ja auch zu schade. Wie setzt sich eure jetziges Line-Up denn überhaupt zusammen? Kannst du den Werdegang der einzelnen Mitglieder vielleicht kurz beschreiben?


Sabina: Da ist einmal Jochen Fünders, der Mann, der HOLY MOSES 1980 gründete, am Baß. Unser Sologitarrist heißt Jörn Schubert. Er spielte vorher bei DARK AGE. Julien Schmidt an den Drums kommt eigentlich aus einer anderen Richtung, paßt aber hervorragend zu uns. Franky Brotz an der Sologitarre, der bei SALVATION spielte, ist eingefleischter HOLY-Fan und ein ausgezeichneter Thrashgitarrist. Das augenblickliche Line-Up ist mit Abstand das beste, das wir je hatten. Wir verstehen uns wirklich ganz hervorragend, nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern auch in menschlicher.


Jürgen: Die Metalszene macht viele Entwicklungen durch. Auf der einen Seite kommen immer wieder neue Einflüsse durch die amerikanischen New Metal – Bands. Andererseits werden alte Stile in Form von True Metal wiederbelebt. Dem gegenüber steht wiederum die extreme Ausreizung des Black Metal. Ich bin sicher du verfolgst diese Entwicklungen. Wie sieht deine Meinung dazu aus und wo siehst du HOLY MOSES ungefähr?


Sabrina: Wie bereits gesagt, bin ich von einer Einteilung in Genres nicht begeistert. Es ist eigentlich nicht möglich, eine Richtung exakt zu beschreiben und bis zu welchem Grad man sich bewegen kann, um genau dieser zuzugehören. Danach sollte man sich als Band ja auch keinesfalls richten. Als ich mit Musik anfing, wurde fast alles als Hardrock bezeichnet. Eine musikalische Evolution, durch welche Einflüsse auch immer, ist generell zu begrüßen, denn so entstehen laufend neue Dinge. Ich bin sicher nicht als der Fan von New Metal zu bezeichnen, aber er hat auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung. Was ich als sehr schade empfinde, ist, daß Fans, die sich einer Stilrichtung zugehörig finden, die Sache teilweise einfach viel zu Ernst nehmen. So kommt es leider immer wieder zu Gruppenbildungen. Man sollte für viele Sachen offen sein. Unseren Stil wird man auf jeden Fall als Thrash bezeichnen. Die einzige Einschränkung für mich ist jedoch, daß laute, verzerrte Gitarren vorkommen, gepaart mit aggressivem Gesang! Als wir anfingen, solche Musik zu machen, gab es diese Bezeichnung ja noch nicht einmal. Als dann auch SLAYER und andere rauskamen, sahen wir, daß wir wenigstens nicht die einzigen sind.


Jürgen: Die Gruppenbildung ist leider wirklich ein Problem. Aber die meisten nehmen das dann doch nicht allzu ernst. Auf den Festivals gibt es eigentlich nie wirkliche Probleme. Die meisten sehen sich so viele Bands wie möglich an, egal aus welcher Ecke diese kommen.


Sabina: Auf jeden Fall. Unter den verschiedenen Bands gibt es dieses Problem ja auch überhaupt nicht. Hinter der Bühne haben alle eine Menge Spaß miteinander. DIMMU BORGIR zum Beispiel, die ich auf einem Festival kennengelernt habe, feierten dort mit mir und stellten sich als wirklich lockere Typen heraus. Sie mußten bei grellem Sonnenlicht spielen und es verlief ihnen die ganze Schminke. Ich habe ihnen dann geholfen, diese wieder auszubessern. Wie gesagt, die Bands feinden sich untereinander auch nicht an, deswegen sollten das die Fans auch nicht tun.


Jürgen: Was war eigentlich das Kurioseste, das euch im Laufe eurer Karriere so passiert ist?


Sabina: Normalerweise ist es bei Bands ja so, daß viele Mädchen die männlichen Mitglieder anhimmeln und ihnen überall hin nachfahren. Auch bei uns gab es solche weiblichen Fans, nur sind diese eigentlich meinetwegen gekommen. Alle anderen haben mich damit dann permanent aufgezogen: “Schau Sabina, da sind wieder deine weiblichen Groupies!“. Das war irgendwie eine echt kuriose Situation.


Jürgen: Welche Bands haben dich eigentlich am stärksten beeinflußt und dich dazu gebracht, selbst eine Band zu gründen?


Sabina: Auf jeden mal BLACK SABBATH. Natürlich auch Bands wie VENOM und SLAYER, die sind aber eigentlich erst nach uns gekommen. Doch sie haben uns eben gezeigt, daß wir mit unserer Sache nicht so falsch liegen können. DEEP PURPLE und vor allem AC/DC haben mich ebenfalls sehr beeindruckt. Ich war damals auch total in Bon Scott verknallt. Die SEX PISTOLS und sogar ABBA gehören genauso zu meinen Einflüssen. Immer, wenn ich ABBA singen sah, wollte ich auch zu singen beginnen, was ich dann ja auch getan habe, auf eine etwas andere Art natürlich, haha.


Jürgen: Kannst du mir vielleicht deine absoluten
Lieblingsalben nennen?



Sabina:
SLAYER – „Reign In Blood“
VENOM – Diverses
POSSESSED – “ Seven Churches”
AC/DC – Alles mit Bon Scott



Jürgen: Wenn man auf die URL www.holy-moses.de geht, dann kommt man zu Bullet-TV. Wann werdet ihr denn eine eigene Homepage kreieren?


Sabina: Bei Bullet-TV kommt man dann über einige Links zu einer Seit über uns, eine eigene Website haben wir aber leider noch nicht. Wir suchen übrigens jemanden, der diese Aufgabe übernehmen würde. Die volle Unterstützung von unserer Seite hätte er/sie natürlich.
(Kontakt: sabina@bullet-tv.de )
Von meinen Kollegen bei Bullet-TV kann ich auch nicht verlangen, daß sie auch noch für uns den Webmaster machen.



Jürgen: Dein Engagement bei Bullet-TV ist ja sehr groß. Ich muß sagen, ihr habt da echt eine ganz tolle Seite aufgezogen. Zur Zeit läuft ja eine Unterschriftenaktion, um wieder eine Metal-Sendung ins Fernsehen zu bekommen. Wie waren denn die bisherigen Reaktionen darauf?


Sabina: Ganz hervorragend. Es sind bereits mehr als 1300 Unterschriften!
(Wer sich beteiligen möchte: www.bullet-tv.de)
Wir haben auch schon mehrere Konzepte ausgearbeitet, mit denen wir demnächst zu den TV-Sendern gehen werden!



Jürgen: Wäre wirklich toll, wenn daraus etwas entstehen würde. Hast du vor, dann auch wieder zu moderieren, wie damals bei MOSH?


Sabina: Es würde mich auf jeden Fall wieder reizen, da ich sehr gerne moderiere. Aber mal sehen, was überhaupt herauskommt.


Jürgen: Du hast ja bestimmt sehr viel Kontakt zu neuen Bands. Gibt es vielleicht irgendwelche Newcomer, die du uns besonders empfehlen würdest?


Sabina: Es gibt eine Menge neuer Bands, die ganz fantastisch sind. Ich versuche auch, Newcomer so gut wie möglich zu unterstützen, damit sie leichter mit dem Business zurechtkommen und ihnen nicht die selben Fehler unterlaufen wie uns. Es wäre jetzt aber unfair von mir den anderen gegenüber, eine Band besonders hervorzuheben.


Jürgen: Ich verstehe. Mein Fragenrepertoire ist damit eigentlich erschöpft. Gibt es noch etwas, das du unseren Lesern mit auf den Weg geben willst?


Sabina: Ich möchte alle unsere Fans in Österreich ganz lieb grüßen. Wir freuen uns schon sehr auf den Auftritt am MIND OVER MATTER und hoffen, daß alle vorne stehen werden und richtig mitgehen.


Jürgen: Das ist sehr nett. Die Fans werden euch auf jeden Fall kräftig unterstützen, da mache ich mir keine Sorgen.

Vielen Dank für das tolle Interview.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, daß es wirklich eine ganz tolle Erfahrung war, mit dieser unglaublichen Frau zu sprechen. Sie strahlte wirklich in jedem Satz unheimlich viel Energie und Tatendrang aus, weswegen man zu keiner Minute anzweifelt, daß sie mit Leib und Seele bei der Sache ist. Support HOLY MOSES!!!





Autor: Juergen

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Beitrag vom 11.07.2001
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