Interview mit WOLFSHEIM - Tatsachen zum neuen Album und Erkenntnisse zu 12 Jahren WOLFSHEIM


Das neue, langerwartete WOLFSHEIM-Album "Casting Shadows" steht unmittelbar vor seiner Veröffentlichung, und man darf gespannt sein, ob es Überraschungen geben wird. Die erste war schon mal das Interview, das außergewöhnlich locker und stimmungsvoll ablief. Soweit ich im Zuge des sehr angeregten Gespräches mit Peter Heppner und Markus Reinhardt noch zum Fragen kam, hier die Zusammenfassung!

Welches ist das beste WOLFSHEIM-Album eurer Meinung nach?


Eigentlich sind wir bestrebt, uns immer wieder zu verbessern, unser letztes Album ist eigentlich immer unser Maßstab, "Casting Shadows" daher momentan das Wichtigste. Wir hatten ein 3/4 Jahr lang Zeit, um das neue Werk aufzunehmen, hatten einiges ausprobiert, es war toll! Wir hatten ausreichend Zeit um herumzuprobieren, so ist zum Beispiel bei "And I..." ein akustisches Schlagzeug zum Einsatz gekommen, da wir zuvor gefunden hatten, daß der programmierte Beat einfach nicht gepaßt hat. Dieser Song hat einfach danach verlangt. Und unser Gast-Schlagzeuger dachte zuerst, er hätte versagt, nachdem er das Ganze ziemlich soft spielen sollte, wie wir gemeint hatten, und er sich aber damit offensichtlich nicht identifizieren konnte. Wir standen jedoch grinsend neben ihm und wußten, genauso sollte es klingen. Er hatte am Anfang voll losgespielt, das hätte aber nicht zum Song gepaßt. "Kein Zurück", die erste Single-Auskopplung, ist für uns ein wichtiger Song, weiters "Everyone Who Casts A Shadow", also es finden sich hier ein paar für uns wichtige Songs.


Welcher ist euer Lieblingssong?


Davon gibt es einige! "Kein Zurück" ist jetzt sicher einer davon, auch unsere erste Single "The Sparrows And The Nightingales", auch "Once In A Lifetime", sowie "Künstliche Welten".




Wie schreibt ihr eure Songs?


Markus fängt zuerst mit der Musik an, und dann kommt erst der Text dazu, aber es geht auch umgekehrt. Das entwickelt sich auch im Laufe des Songs, oder es ist bereits mal eine Melodie, eben ohne Text im Kopf.


Was ist besser? Deutsch oder Englisch zu singen?


Im englischen gibt es eigentlich viel weniger Wörter und man kann sich nicht so genau audrücken, hat nicht die große Vielfalt und Präzision, die einem die deutsche Sprache schon bietet. Einen deutschsprachigen Text zu komponieren ist daher meistens aber auch schwieriger.


Hat sich das Musikbusiness im Vergleich zu eurer Anfangszeit geändert?


Ja, auf jeden Fall. Heute wollen Plattenfirmen keinerlei Risiko mehr eingehen, und wollen deshalb Gruppen und Musiker, die in eine bestimmte, den Markt angepasste Rolle schlüpfen und nicht sie selbst sind. So Originale wie damals gibt es eigentlich gar nicht mehr. Und künstlerischen Freiraum gibt es auch nicht mehr so wie früher. Leider ist heutzutage da die Individualität verloren gegangen.


Welche ist eure Lieblingsband?


Wir orientieren uns eigentlich an keinen Bands, unsere Songs entstehen halt einfach. Wir haben jetzt auch genügend Zeit im Studio gehabt, um das Ganze umzusetzen, zu experimentieren u.s.w., aber natürlich, wenn man so zurückdenkt, welche Bands da in dieser Richtung natürlich immer wieder beeinflusst haben und beeinflussen, fällt mir natürlich DEPECHE MODE ein.


Wie hat sich, ganz allgemein, eure musikalische Laufbahn verändert, im Vergleich zu eurer Anfangszeit?


Also, unsere erste Single "The Sparrows And The Nightingales" gab ja schon die Richtung an, aber eigentlich versuchen wir immer eine Stufe besser zu werden, und unser letztes, also aktuelles Werk soll eigentlich immer das beste sein, so empfinden wir es auch bei "Casting Shadows".


Seid ihr Sound-Fetischisten?


Ja, es gibt schon Situationen in denen es durchaus vorkommt, daß wir an einen Sound stundenlang herumbasteln, der eigentlich dann für den Hörer gar nicht so deutlich herauszuhören ist. Manche Songs verlangen auch einfach nach bestimmten Sound, und die gilt es dann zu finden oder zu optimieren, wenn man sie im Kopf hat, und das ist manchmal eben eine zeitaufwendigere Sache.


Wie wichtig sind Beats und Grooves für euch?


Beats sind natürlich auch wichtig, an denen wird auch immer wieder länger herumgefeilt, bis das Ganze am Ende so passt, wie wir uns das vorstellen.


Was ist es für ein Gefühl für euch, auf der Bühne zu stehen?


Das geht von absolut super bis zu eigentlich überhaupt nicht gut. Je nachdem, ob man es an den Abend auch schafft, das Publikum mitzureißen. Es kann natürlich sein, daß die Stimmung absolut spitzenmäßig ist, aber es kann auch echt schlechte Auftritte geben. Das hängt auch von einem selbst ab, aber es ist natürlich ein supertolles Gefühl, wenn man vor tausenden Fans spielt, die vorallen nur für WOLFSHEIM gekommen sind. Eben extra für uns lange Anreisezeiten in Kauf genommen haben, nur um uns Live zu erleben. Und das ist dann echt ein unbeschreibliches Gefühl.


Danke für das Interview! Dann kann man nur noch auf Auftritte zum neuen Album gespannt sein!

www.wolfsheim.de

Autor: Rene


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Beitrag vom 15.03.2003
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